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unmöglich  gemacht  mit  ihnen  zu  wetteifern.  Der  Trotz  der  Uebermacht
  hatte  1648  die  Feststellung  des  Friedens  errungen,  daß  die
Schelde  mit  allen  anderen  Mündungen  belgischer  Gewässer  in  das
Meer  von  den  Holländern  geschlossen  gehalten  werden  sollte.  Es
ist  merkwürdig,  wie  eine  solche  unwürdige  Bestimmung  noch  hatte
dauern  können.

Spanien  hatte  den  Vertrag  eingehen  müssen,  weil  es  schwach
und  verfallen  war.  Bald  nachher  wandten  sich  die  Dinge.  Die—
selbe  Macht,  welche  bis  dahin  die  Holländer  gegen  Spanien  unterstützt,
  drohte  nun  sie  zu  verschlingen.  Das  gemeinsame  Interesse
gegen  Ludwig  XIV.  führte  Holland  und  Spanien  zusammen  zum
Bündnisse.  Wir  sehen  fortan  diese  beiden  Mächte,  den  sehr  katholischen
  König  und  die  calvinische  Republik,  im  dauernden  Bündnisse
  gegen  den  französischen  Uebergewaltigen  die  Schlachten  Europas
schlagen.  Bei  solchem  Bündnisse  konnte  von  einer  Aenderung  des
Friedens  von  Münster,  von  einer  Herstellung  des  gewaltsam  entzogenen
  natürlichen  Rechtes  der  belgischen  Unterthanen  des  Königs
von  Spanien  nicht  die  Rede  sein.  Man  beließ  die  Dinge,  wie
sie  waren.  #

Erst  als  die  belgischen  Niederlande  zurückfielen  an  das  deuts
Haus  Oestreich,  konnte  dieser  Gedanke  Raum  gewinnen.  Der
Kaiser  Karl  VI.  ging  nicht  einmal  so  weit.  Er  versuchte  seinen
Unterthanen  Antheil  am  Handel  nach  Indien  zu  verschaffen  durch
die  Compagnie  von  Ostende,  einer  Stadt,  die  unmittelbar  am
Meere  liegt.  Der  Plan  war  nicht  gegen  den  Frieden  von  Münster.
Dennoch  fand  er  allgemeinen  Widerspruch  der  Mächte,  deren  Unterthanen
  nach  Ostindien  Handel  trieben.  Karl  VI.  opferte  alle  anderen
  Interessen  dem  Plaue  der  Erbfolge  seiner  Tochter.  Er
unterschrieb  aufs  neue  die  Sperrung  der  Schelde,  den  unnatürlichen
  Vertrag  des  Zwanges,  der  seinen  Unterthanen  den  Handel
untersagte,  damit  die  Holländer  desto  reicher  würden.

Joseph  II.  sah  die  Schelde.  Er  sah,  was  fie  seinen  Unter-