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trat  Mirabeau  auf,  der  Apostel  der  Freiheit,  und  behauptete,  daß
die  Einschränkung  der  Belgier  nicht  so  nachtheilig  sei,  wie  der
Kaiser  Joseph  behaupte.  Mirabeau,  dessen  Ziel  das  Zerreißen
der  Freundschaft  zwischen  Oestreich  und  Frankreich  war,  bemühte
sich  darzulegen,  daß  die  Belgier  bei  ihrem  Landbau  und  ihren
Fabriken  des  Handels  nach  fremden  Welttheilen  sehr  wohl  ent—
behren  könnten:  sie  seien  vielmehr  glücklich  zu  preisen  diesen  Handel
  und  die  Nachtheile  desselben  nicht  zu  kennen.  Dieses  Glück
wollte  der  Franzose  den  Belgiern  erhalten,  die  Holländer  bei  ihrem
vermeinten  Unglücke  dieses  Handels  nach  Ostindien  beschützen.
Darum  stößt  er  in  die  Lärmtrompete:  andere  Mächte  dürfen  nicht
zugeben,  daß  Holland  gezwungen  werde.  Dieser  letzten  Ansicht
war  auch  der  Minister  Vergennes.  Kannitz  fürchtete  ein  Zerreißen
des  Bundes  mit  Frankreich,  demgemäß  abermalige  Freundschaft
des  erobernden  Friedrich  mit  jener  Macht.  Er  gab  nach.  Der
schon  begonnene  Krieg  ward  nicht  weiter  geführt.  Die  Holländer
zahlten  eine  Geldsumme.

Es  ist  die  Frage,  wie  Friedrich  II.  sich  dazu  verhielt.  Er,
der  in  einem  gleichen  Falle  beim  Besitzergreifen  von  Ostfriesland
der  holländischen  Besatzung  von  Emden,  die  auf  gleiche  Verträge
sich  stützte,  ohne  Verzug  die  Entfernung  geboten,  war  gegen
Joseph  II.  für  Holland.  1)  Allein  offen  aufzutreten  wagte  er  nicht.
Er  mußte  sich  begnügen  dem  Kaiser  kleine  Steine  in  den  Weg  zu
wälzen.  Er  als  Reichsfürst  verweigerte  den  Truppen  des  Kaisers
den  Durchzug.  Er  allein.  Die  anderen  Reichsfürsten  nicht.  Aber
Friedrich  II.  war  kreisausschreibender  Fürst,  der  als  solcher  die
Obliegenheit  hatte  dafür  zu  sorgen,  daß  der  Durchmarsch  nach
Ordnung  der  Reichsgesetze  geschehe.  Friedrich  II.  weigerte  auch
das.  Der  Kaiser  verlangte,  daß  die  Werbungen  der  Holländer
im  Reiche  untersagt  würden.  Friedrich  weigerte  auch  das.  Es

1)  Dohm  I.  217.