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nicht  Joseph  sich  für  England  erkläre.  Rußland  wollte  mit  dem
Kaiser  in  gutem  Verhältnisse  bleiben,  damit  nicht  Joseph  den  Türken
  Beistand  verleihe.  Friedrich  II.  sah  sich  nach  einer  Stütze  um
im  deutschen  Reiche  selbst.

Hier  regten  sich  seit  einiger  Zeit  andere  Gedanken.  1)  Die
andauernd  fast  feindselige  Stellung  des  deutschen  Kaisers  Joseph
und  des  preußischen  Königs  erweckte  die  Besorgnis,  daß  über  kurz
oder  lang  einmal  wieder  ein  heftiger  Ausbruch  erfolgen  werde.
Abermals  würden  dann  die  übrigen  Länder  des  Reiches  mit  hinein
verwickelt  werden.  Um  dem  zuvorzukommen,  faßte  der  Minister
Schlieffen  in  Kassel  den  Gedanken  einer  bewaffneten  Neutralität
des  übrigen  Deutschlands  für  einen  solchen  Fall.  Die  übrigen
Fürsten  des  Reiches  sollten  einander  versprechen  an  solchem  etwaigen
  Zwiespalte  keinen  Antheil  zu  nehmen,  vielmehr  gegenseitig  sich
geloben  sich  schnell  und  insgesammt  gegen  denjenigen  zu  erklären,
der  Theilnahme  würde  erzwingen  wollen.  Der  Entwurf  wurde
mehren  Fürsten  mitgetheilt.  Sie  äußerten  sich  beifällig.  Dennoch
scheiterte  er  an  den  gerechten  Besorgnissen,  die  Jeder  für  sich  hatte.
Keiner  mochte  sich  dem  Gefahr  bringenden  Rufe  aussetzen  für
den  gehalten  zu  werden,  der  zuerst  einen  solchen  Gedanken  angeregt
  habe.

Unterdessen  hatte  Friedrich  andere  Entwürfe.  Er  wollte  einen
Bund  der  gesammten  deutschen  Fürsten  unter  seiner  Führung  zusammen
  bringen  gegen  den  Kaiser.  Der  Gedanke  ging  von  ihm
persönlich  aus.  Er  erörtert  ihn.

„Ein  Bündnis  so  wie  ich  es  vorschlage,“  sagt  er,  )  „zielt  nur
dahin  die  Besitzungen  eines  Jeden  zu  sichern,  und  zu  hindern,
daß  ein  ehrgeiziger  und  unternehmender  Kaiser  dahin  gelange  die
deutsche  Verfassung  umzustürzen,  indem  er  sie  stückweise  zerstört.
Wenn  man  nicht  bei  Zeiten  Sorge  trägt:  so  wird  der  Kaiser  alle

1)  Dohm  III.  54.  —  2)  Oeuv.  VII.  211.  Oct.  1784.
Klopp,  der  König  Friedrich  U.  26