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alle  Hofzeitungen.  Die  eigentlich  Berlinischen  Nachrichten  in  denselben
  sind  gewöhnlich  lauter  strenge  Wahrheit.  Unter  demjenigen,
was  sie  anderen,  vorzüglich  auch  östreichischen  Zeitungen  nachschreiben,
  mögen  sich  freilich  zuweilen  wohl  Unfacta  einschleichen;
aber  Verläumdungen  werden  zuverlässig  nie  darin  geduldet,  und
die  Verfasser  enthalten  sich  mit  Bescheidenheit  alles  Räsonnements,
oder  übereilter  Nachrichten,  die  irgend  einen  Hof  beleidigen  könnten.
  In  hiesigen  Journalen  ist,  so  viel  ich  weiß,  bis  jetzt“  —
d.  h.  bis  Ende  des  Jahres  1785,  nachdem  der  Tauschantrag  im
Januar  geschehen,  der  Fürstenbund  im  Juli  abgeschlossen  war  —
„weder  des  Tausches  von  Bayern,  noch  der  Association  gedacht,
und  besondere  Privatschriften  sind  hier  vor  der  meinigen  noch
nicht  erschienen.  Von  Wien  aus  haben  wir  dagegen  schon
verschiedene  erhalten,  von  welchen  man  in  der  Schrift  von
Gemmingen  eine  Probe  hat.  Auch  kann  es  wohl  keinem  Leser
von  Zeitungen  und  Journalen  entgehen,  daß  sie  wenigstens  zehn
Artikel,  die  offenbar  von  Wien  oder  aus  den  Prager  und  Brünner
  Zeitungen  sich  herschreiben,  enthalten  egen  einen,  der  von
Berlin  kommt.“

Derselbe  ehrliche  Dohm  ruft  gegen  die  Wiener  Broschüren
das  Censur-Collegium  in  Wien  an.  „Jeder  Deutsche,“  meint  er,
„ist  berechtigt  von  dem  Wiener  Censur-Collegium  eine  bestimmte
Erklärung  zu  fordern,  entweder,  daß  diese  Schriften  nicht  in  Wien,
wenigstens  wider  Wissen  des  Censur-Collegiums  gedruckt  und  verbreitet
  sind,  oder  zu  gestehen,  daß  es  einer  strafbaren  Nachlässigkeit
  sich  schuldig  gemacht  habe,  die  seinen  Ruhm  bei  den  Zeitgenossen
  und  der  Nachwelt  auf  immer  beflecken  muß.“  Der  kluge
Mann  setzt  hinzu:  „Das  sicherste  Zeichen  einer  bösen  Sache  würde
sein,  wenn  eben  diese  Censur,  welche  alle  jene  Schmähungen  geduldet
  hat,  etwa  meine  Schrift  verbieten  wollte.“  Man  wird
nicht  annehmen,  daß  Dohm  Lebkosungen  geschrieben  habe.  Indessen
  fühlte  sich  das  Wiener  Censur-Collegium  nicht  bewogen