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Thuns  vorzuhalten.  „Wollen  Sie  es  mir  zum  Vorwurfe  machen,“
fragt  er,  „daß  ich  eine  Gesellschaft  von  Gelehrten  nicht  ausrotte,
weil  einige  Mitglieder  dieser  Gesellschaft,  zweihundert  Meilen
von  meinem  Staate  wegen  Frevelthaten  angeklagt  worden  sind?
Die  Gesetze  bestimmen  die  Bestrafung  der  Schuldigen;  aber  sie
verdammen  zugleich  jene  grausame  und  blinde  Erbitterung,  die  in
ihrer  Rache  den  Schuldigen  mit  dem  Unschuldigen  verwechselt.
Beschuldigen  Sie  mich  immerhin  zu  weit  getriebener  Toleranz.  Ich
werde  stolz  sein  auf  diesen  Fehler,  und  es  wäre  zu  wünschen,  daß
man  den  Fürsten  keine  andere  als  solche  Fehler  vorzuwerfen  hätte.“
War  dies  allein  der  Grund  des  Königs,  der  früher  einstimmig
mit  den  Pariser  Philosophen  oft  und  oft  die  Jesuiten  ein  schädliches
  Ungeziefer  genannt  hatte?  Er  hatte  ohne  Zweifel  noch  einen
anderen.  Die  Jesuiten  waren  an  vielen  Orten  vermögend  und
sogar  reich.  Indem  Friedrich  ihnen  eine  Zufluchtsstätte  bei  sich
eröffnete,  hoffte  er,  daß  eine  große  Zahl  sich  zu  ihm  begeben  werde,
und  zwar  mit  ihrem  Vermögen,  soweit  man  ihnen  dasselbe  beließ.)
Diese  Hoffnung  freilich  schlug  fehl;  aber  der  König  beharrte.
Wie  oft  auch  der  Fanatismus  des  Philosophenthums  aufs
neue  die  Aufhetzerei  versuchte,  der  König  blieb  bei  seinem  Entschlusse
  die  Jesuiten  als  Lehrer  zu  dulden  und  zu  schützen.  Wohlfeiler
  als  durch  sie  konnte  der  Unterricht  seiner  Unterthanen  nicht
beschafft  werden.  Er  äußert  sich  dem  Pater  Rector  Reinach  in
Schlesien  gegenüber  stets  mit  einer  besonderen  Freundlichkeit.:
Er  nimmt  die  Jesuiten  im  Bisthume  Ermeland  in  besonderen
Schutz  gegen  den  Bischof.  Er  spricht  zu  diesem  die  im  Munde
eines  preußischen  Königs  allerdings  auffallend  klingenden  Worte:
„Da  ich  von  der  Jugend  eurer  Religion  rede,  habe  ich  mit  Verdruß
  wahrgenommen,  daß  meinem  Erziehungsplane  der  völlige
Untergang  bevorgestanden,  als  man  den  Jesuitenorden  vernichten

1)  Preuß.  III.  237.  —  2)  Preuß:  Urkundenbuch  III  109  f.