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Porzellan  übernehmen  mußte,  nicht  nach  eigener  Auswahl,  sondern
das  was  man  ihm  aussuchte.  Anch  durfte  er  es  nicht  selbst  behalten,
  noch  im  Lande  verkaufen,  sondern  nur  außerhalb  desselben.
Damit  man  sich  überzeuge,  daß  dieses  wirklich  geschehe,  mußte  er
einen  Ort  im  Auslande  benennen,  wohin  nicht  er,  sondern  die
Direction  der  Fabrik  es  schickte.  Brachte  der  Jude  es  wieder  ins
Land:  so  ward  er  als  Schmuggler  bestraft.

Die  Juden  sollten  sich  nicht  vermehren.  Im  Jahre  1752  befahl
  der  König,  daß  die  Schutzjuden  nicht  mehr  nach  Familien,
sondern  nach  Köpfen  gezählt  werden  sollten.  Sei  die  bestimmte
Zahl  überstiegen:  so  müßten  die  ärmsten  und  unsittlichsten  weggeschafft
  werden.  1)  —  Aber  wohin  denn  mit  diesen  Unglückseligen?
Diese  Frage  ward  nicht  aufgeworfen.

Es  ist  nicht  unsere  Absicht  weiter  die  kleinlichen  Lasten  aufzuzählen,
  weiter  in  die  Zustände  einzudringen,  die  aus  einem  solchen
  Drucke  des  armen  gequälten  Volkes  sich  entwickeln  mußten.
Es  ist  die  Frage,  ob  bei  einem  solchen  menschlichen  Jammer  eine
menschliche  Selbstachtung  übrig  bleiben  konnte.  Und  doch  gedieh
in  einer  solchen  Zeit  ein  Charakter  wie  Moses  Mendelssohn,  schrieb
dieser  Mann  den  Phädon!  Und  doch  fühlte  Lessing  in  solcher  Zeit
sich  bewogen  den  Juden  Nathan  zum  Träger  seines  Humanitäts-Hrinzipes
  zu  machen!  Weniger  auffallend  dürfte  sein,  daß  unter
Friedrich  II.  nur  Inden  sich  bedeutendes  Vermögen  erworben
haben.  7)

Alber  wenn  auch  allerdings,  wird  man  uns  entgegnen,  die
Nichttheilnahme  der  Katholiken  an  allen  bürgerlichen  Rechten,  wenn
auch  der  Druck  auf  die  Juden  wenig  vereinbar  sind  mit  dem
Spruche  des  Königs,  daß  ein  Jeder  nach  seiner  Fagon  selig  werden
müsse:  so  hat  er  doch  innerhalb  des  Bekenntnisses  der  weitaus
überwiegenden  Mehrheit  seiner  Unterthanen,  innerhalb  des  Prote-1).

  a  a.  O.  429.  —  2)  Mir.  u.  Mauv.  IV.  516.
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