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dafür  wieder  einzuführen.  Man  bemerkt  zwar  Veränderungen  in
den  Meinungen:  der  Gottesdienst  aber  wird  stets  durch  einen
neuen  ersetzt.“

Hier  trat  nun  die  Frage  nah,  ob  denn  nicht  die  Philosophie
dahin  gelangen  könne  alle  positive  Religion  und  allen  Gottesdienst
abzuschaffen.

„Ich  glaube  allerdings,“  fährt  der  König  fort,  „daß  es  gut
und  sehr  nützlich  ist  die  Menschen  aufzuklären.  Die  Bekämpfung
der  Schwärmerei  ist  die  Entwaffnung  des  grausamsten  und  blutgierigsten
  Ungeheners.  Lant  wider  den  Misbrauch  der  Mönche
reden,  wider  jene  Gelübde,  die  den  Absichten  der  Natur  so  sehr
zuwiderlaufen,  und  der  Bevölkerung  so  sehr  entgegen  stehen:  das
heißt  wahrhaft  seinem  Vaterlande  dienen.  Aber  ich  glaube  zugleich:
  es  wäre  unklug  und  selbst  gefährlich,  wenn  man  jene  Nahrungsmittel
  des  Aberglanbens  abschaffen  wollte,  die  man  öffentlich
den  Kindern  austheilt,  um  sie  dem  Willen  ihrer  Bäter  gemäß
damit  zu  nähren.“

Als  Beweis  dieser  Gefahr  ersieht  sich  Friedrich  die  Kriege  der
Reformationszeit.  Wir  haben  gesehen,  wie  er  ein  anderes  Mal
die  Bedeutung  der  Reformation  in  die  Befreiung  der  Fürsten  von
der  priesterlichen  Herrschaft,  in  den  Erwerb  der  Kirchengüter  setzt.
Da  die  Kriege  jener  Zeit  niemals  vom  Volke  ausgehen,  sondern
immer  von  den  Fürsten:  so  hätte  die  folgerichtige  Durchführung
jener  Ansicht  gefordert,  daß  die  Kriege  für  jene  bestimmten  Zwecke
der  Fürsten  geführt  seien.  Dies  hätte  für  die  sogenannten  Religionskriege
  der  Reformationszeit  dem  Könige  um  so  näher  gelegen,
wenn  er  sich  an  sein  eigenes  Beispiel  gleich  im  ersten  schlesischen
Kriege  hätte  erinnern,  sich  von  dort  her  vergegenwärtigen  wollen,
auf  welche  Weise  man  einen  Religionskrieg  macht.  Allein  dann
hätte  das  Beispiel  der  Reformation  hier  nicht  gepaßt.  Es  lag
im  Interesse  des  Philofophenthumes  jener  Tage,  daß  zum  Zwecke
der  eigenen  Verherrlichung  gegenüber  den  positiven  Religionen