Bweiundzwanzigster  Abschnitt.

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Es  war  Friedrichs  Entschluß  schon  vor  seiner  Thronbesteigung
die  Wissenschaften  auf  seinem  Boden  heimisch  zu  machen.  1)  Er
nahm  schon  damals  gern  solche  Männer  bei  sich  auf,  die,  mit  ihm,
wie  er  sich  ausdrückt,  überzeugt  waren,  daß  die  Wissenschaften  dem
Adel  keinen  Eintrag  thun  und  eine  hohe  Geburt  nicht  herunterwürdigen.
  Nach  seiner  Thronbesteigung  berief  der  junge  König
Gelehrte,  diesen  und  jenen.  Er  stellte  die  Akademie  in  Berlin
wieder  her.  Er  adoptirte  das  Wort,  das  Voltaire  ihm  zurief:
„Berlin  werde  Athen!“  Er  mochte  immerhin  glauben,  daß  der
Sand  des  neuen  Athen  kein  Hindernis  für  dasselbe  sei.

In  späteren  Jahren  hob  Friedrich  namentlich  dem  Philosophen
d'Alembert  gegenüber  mit  allem  Nachdrucke  die  Nothwendigkeit
der  Bildung  auch  des  Volkes  hervor.  „Je  älter  man  wird,“  sagt
er,  2)  „desto  mehr  erwägt  man  den  Nachtheil,  den  die  vernachlässigte
Exziehung  der  Tugend  der  menschlichen  Gesellschaft  zufügt.  Ich
wende  alle  meine  Kräfte  an  diesem  Misbrauche  möglichst  abzuhelfen.
  Ich  verbessere  die  Bürgerschulen,  die  Universitäten,  und
sogar  die  Dorfschulen;  aber  es  gehören  dreißig  Jahre  dazu,  um
die  Früchte  davon  zu  sehen.  Ich  werde  sie  nicht  genießen.  Allein

1)  Oeuv.  XXI.  326.  an  Voltatre  10.  Octbr.  1739.  —  2)  6.  Octbr.  1772.
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