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ich  werde  mich  damit  trösten,  daß  ich  meinem  Vaterlande  diesen
ihm  noch  mangelnden  Vorzug  verschafft  habe.“  Der  König  ist
unermüdlich  in  der  Erörterung  dieses  Gegenstandes  seiner  Sorge.
Er  nennt  es  das  Steckenpferd  seines  Alters.

Es  ist  merkwürdig,  daß  dessen  ungeachtet  ein  eifriger  Anhänger
  und  Verehrer  des  Königs,  ein  Mann,  der  alle  Verhältnisse
des  preußischen  Staates  unter  Friedrich  II.  genau  kannte,  dem
für  sein  geschichtliches  Werk  über  Friedrich  II.  die  Briefe  an  d’Alembert
  nicht  unbekannt  haben  bleiben  können,  dennoch  in  Betreff  des
Schulwesens  und  der  Volkserziehung  ein  so  ganz  anderes  Urtheil
über  Friedrich  II.  fällt,  als  der  König  selbst  es  gethan.  „Der
größte  Vorwurf,“  sagt  Dohm,  1)  „der  dem  Könige  Friedrich  II.
in  Absicht  der  sittlichen  Bildung  seines  Volkes  gemacht  werden
kann,  ist  unstreitig  der,  daß  er  für  die  Erziehung  der  Jugend  so
wenig  gethan  hat.  Daß  diese,  und  gute  Unterrichtsanstalten  von
höchster  Wichtigkeit  sind,  und  die  aufmerksamste  Beförderung  der
Regierung  verdienen,  darüber  hat  Friedrich  sowohl  in  seinen  Verordnungen,
  als  in  Schriften  und  Briefen  sich  mit  solchem  Nachdrucke
  erklärt,  daß  man  an  seiner  Ueberzeugung  von  dieser  Wahrheit
  nicht  zweifeln  kann.  Allein  er  hat  nicht  dieser  Ueberzeugung
gemäß  gehandelt.  Die  Schulen,  besonders  diejenigen  für  den
Landmann,  waren  von  der  schlechtesten  Beschaffenheit,  und  der
König  hat  äußerst  wenig,  eigentlich  gar  nichts  für  sie  gethan.“
Dohm  sucht  nach  der  Ursache,  und  glaubt  sie  gefunden  zu  haben.
„Dieser  Widerspruch,“  sagt  er,  „läßt  sich  nur  daraus  erklären,  daß
bie  geführten  Kriege,  die  stete,  fast  alle  seine  Zeit  wegnehmende
Beschäftigung  mit  äußerer  Politik,  und  mit  der  Ausbildung  der
Armee,  ihm  für  diesen  wichtigen  Gegenstand  gar  keine  Zeit  übrig
ließen.  Auch  nahmen  andere  Dinge  von  den  Einkünften  des
Staates  so  viel  weg,  daß  bei  aller  Sparsamkeit  nicht  so  viel

1)  Dohm  IV.  439.