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Namen  noch  einen  anderen  hinzufügen,  der  mir  entfallen  ist.  Er
hat  Verse  ohne  Reime  gemacht,  in  welchen  Daktylen  und  Spondeen
  wechseln.  Mein  Ohr  ward  überrascht  durch  die  klangvollen
Töne,  deren  ich  unsere  Sprache  nicht  fähig  gehalten  habe.  Ich
wage  zu  behaupten,  daß  diese  Art  der  Dichtkunst  für  unsere  Sprache
am  besten  sich  eignet,  und  dem  Reime  weit  vorzuziehen  ist.

Der  König  führt  andere  jetzt  verschollene  poetische  Stücke  an,
die  ihm  gefallen  haben.  Man  fühlt  herdurch,  wie  doch  auch  ihn
das  Wehen  eines  neuen  Geistes  berührt  hat.  Er  schwankt,  ob  er
anerkennen  solle  oder  nicht.  Er  forscht  nach  den  Ursachen,  wegen
deren  die  Deutschen  zurückgeblieben  sind.  Er  findet  als  wesentliches
  Hindernis  die  Kriege,  und  es  entfährt  ihm  das  für  ihn  bemerkenswerthe
  Wort:  „Deshalb  muß  man  nicht  der  geistigen  Befähigung
  der  Nation  das  zuschreiben.“

Hätte  dieser  französirte  König  auf  deutschem  Boden  doch  nur
einmal  in  solcher  Weise  sich  den  Pariser  Philosophen  gegenüber
geäußert!  Es  würde  das  wenigstens  zur  Milderung  des  Ueberdrusses
  dienen,  mit  welchem  wir  nun  in  seinen  Briefen  an  die  französischen
  Schwätzer  von  Anfang  bis  zu  Ende  die  Entschuldigung  lesen,
daß  er  nur  ein  Deutscher,  nur  einer  von  jenen  Menschen  sei,  denen
der  Pater  Bouhours  mit  vollem  Rechte  den  esprit  abspreche.  )

Ja,  er  erkennt  nun  sogar  an:  der  nationale  Geschmack  ist  so
entschieden  für  alles,  was  unser  Vaterland  verherrlichen  kann,  daß
angenscheinlich  die  Musen  auch  uns  einmal  in  den  Tempel  des
Ruhmes  einführen  werden.

Doch  erörtert  er  die  Hindernisse.  Sie  sind  ihm  der  Mangel
an  Klarheit  des  Ausdruckes,  der  Mangel  an  guten  Studien.  Um
den  Vorwurf  der  Pedanterie  zu  vermeiden,  sagt  Friedrich,  lernt
man  die  alten  Sprachen  nicht  mehr.  Die  Jugend  lernt  nicht  mehr
griechisch,  und  wenige  lernen  ordentlich  latein.  Die  Lehrer  sind

1)  Oeuv.  XXI.  180.  28.  März  1738.  —  an  d'Alembert  15.  Mal  1774.
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