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Pedanten.  Und  dann  nimmt  er  die  Beispiele  deutscher  Geschmacklosigkeit
  aus  seinen  Kinderjahren,  aus  der  ekelhaften  Schweifwedelei
hungriger  Gelegenheitsdichter:  „Ihre  Majestät  glänzen  wie  ein
Karfunkel  am  Finger  der  jetzigen  Zeit.“  Ist  es  denn  Recht  nach
solchen  Leistungen  eines  einzelnen  Professors  den  Geschmack  beurtheilen
  zu  wollen?

Allein  Friedrich  spricht  auch  noch  seiner  Zeit,  seiner  Gegenwart
  den  Geschmack  ab.  Er  wendet  sich  an  seinen  Minister,  den
Grafen  Herzberg.  „Um  sich  von  dem  geringen  Geschmacke  zu  überzeugen,
  der  bis  auf  unsere  Tage  in  Deutschland  herrscht,“  spricht
der  König  zu  dem  Minister,  „haben  Sie  nur  die  öffentlichen  Theater
zu  besuchen.  Sie  sehen  dort  die  abscheulichen  Stücke  von  Shakespeare
  in  unsere  Sprache  übersetzt,  und  das  ganze  Auditorium  ist
außer  sich  vor  Freude  beim  Anhören  dieser  lächerlichen  Possen,
die  der  Wilden  von  Canada  würdig  sind.  So  bezeichne  ich  sie,
weil  sie  gegen  alle  Regeln  des  Theaters  verstoßen,  die  doch  nicht
willkürlich  sind,  namentlich  gegen  die  drei  Einheiten.  Immerhin
  kann  man  es  Shakespeare  verzeihen;  denn  der  Anfang  der
Kunst  ist  nicht  ihre  Vollendung.  Aber  da  ist  nun  gar  ein  Götz
von  Berlichingen  auf  der  Scene,  eine  abscheuliche  Nachahmung
der  schlechten  englischen  Stücke,  und  das  Parterre  klatscht  Beifall
  und  fordert  mit  Begeisterung  die  Wiederholung  dieser  ekelhaften
  Plattheiten.  Ueber  den  Geschmack  soll  man  nicht  streiten.
Aber  diejenigen,  welche  eben  so  viel  Vergnügen  an  Seiltänzern
und  Marionetten  finden,  wie  an  Tragödien  von  Racine,  gehen  nur
darauf  aus  die  Zeit  zu  tödten.“

Und  bei  alle  dem  übt  auf  diesen  tadelnden  König  die  geistige
Regsamkeit,  welche  immer  stärker  die  Nation  zu  durchzucken  begann,
ihre  unausbleibliche  Wirkung,  bis  der  Tadler  zum  Propheten  wird.
„Uebrigens,“  sagt  er,  „übertreffen  diejenigen,  welche  zuletzt  kommen,
manchmal  ihre  Vorgänger.  Das  kann  uns  eher  widerfahren,  als
man  es  glaubt,  wenn  die  Souveräne  Geschmack  haben  für  die