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sätze  ermäßigt.  Er  betont,  daß  es  eigenhändig  von  ihm  geschehen
sei.  Die  Ermäßigung  sollte  150,000  Thaler  bringen.  Also  ge—
schah  es.  Auch  fernerhin  bis  in  die  letzten  Tage  des  Lebens  war
die  Erhöhung  dieser  Einkünfte  der  Gegenstand  der  Sorgfalt  des
Königs.  Das  war  die  Regie,  die  lähmende,  vernichtende,  der
Brunnquell  unendlichen  Jammers  und  wüster  Immoralität.

Auch  die  anderen  Eingriffe  in  die  Privatrechte  der  Menschen
stiegen  von  Jahr  zu  Jahr.  Im  November  1783  erscheinen  dem
Könige  die  Kornpreise  zu  hoch.  Es  ist  viel  Getreide  durch  Berlin
gekommen,  sagt  er:  es  kann  also  nicht  anders  sein:  die  Kornhändler
  haben  dasselbe  aufgeschüttet,  und  gedenken  damit  zu  wuchern.
  Es  müssen  mithin  sofort  in  der  Stadt  die  Anstalten  getroffen
  werden,  um  eine  Visitation  zu  halten  und  nachzusehen.
Dann  müssen  die  Kornhändler  angehalten  werden  ihre  großen
Vorräthe  auf  dem  Markte  zu  billigen  Preisen  zu  verkaufen.  Der
Polizeidirector  hat  schon  die  nöthigen  Weisungen  empfangen.  Auf
dem  Lande  müssen  ebenfalls  die  Kornvorräthe  untersucht,  und  die
Beamten  und  Landleute  dahin  angewiesen  werden,  daß  sie  mehr
zufahren.")

Der  Erfolg  eines  solchen  Systemes  der  entsetzlichen  Willkür
lag  aller  Orten  vor  Augen.  Von  einem  eigentlichen  Handelsstande,
  einem  kaufmännischen  Wesen  konnte  unter  Friedrich  II.
nach  der  langen  Dauer  seiner  Misregierung  nicht  mehr  die  Rede
sein.  Derselbe  Grundzug  ging  durch  alle  Zweige,  und  darum
lagen  alle  gleichmäßig  darnieder.  In  der  ersten  Hälfte  der  Regierungszeit
  hatte  Schlesien  jährlich  für  1½  Mill.  Wollenwaaren
verkauft.  Im  Jahre  1777  betrug  der  Umsatz  nur  noch  für  eine
Million.:)  Aehnlich  war  es  mit  den  einstmals  blühenden  Erwerbzweigen
  aller  Provinzen.  Die  lähmende  Wucht  des  königlichen
Regierungseifers  erdrückte  alles.  Es  gab  in  den  preußischen  Län-1)

  Preuß:  Urkundenbuch  III.  300  —  2)  Mir.  u.  Mauv.  II.  395.