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Indessen  drängte  sich  doch  wieder  der  Augenschein  auf,  daß
sein  Land  arm  war,  ärmer  als  ein  anderes.  Wenn  die  Philosophie
auch  für  einmal  diese  Beobachtung  zur  Ruhe  sprach,  so  kehrte  sie
wieder.  Der  König  dreht  und  wendet  den  Gedanken  oft  und  nach
allen  Seiten.  Er  kommt  wieder  darauf  zurück.  1)  „Schweden,
Dänemark,  Preußen  sind  die  ärmsten  Linder  Europas.  Der  Handel
  von  England,  Holland,  Frankreich,  Spanien  ist  so  wunderbar,
daß  der  unfrige  damit  in  keiner  Weise  verglichen  werden  kann.
Die  Macht  Oestreichs  und  diejenige  Rußlands  ist  der  unfrigen  so
fehr  überlegen,  daß  wir  uns  nicht  ins  Gleichgewicht  mit  ihnen
bringen  können.“  Wenn  er  selbst  einsah,  daß  das  nicht  möglich
war:  warum  denn  schranbte  er  dem  unglücklichen  Volke  Saft  und
Blut  aus,  bis  er  es  doch  wieder  zu  können  schien?  „Man  muß  zufrieden
  sein  und  sein  Glück  in  sich  selber  suchen.  Namentlich  aber
muß  man  suchen  genug  gelben  Koth  (boue  jaune)  und  Mittel  zusammen
  bringen,  um  sich  gegen  seine  Feinde  zu  behaupten.“

Aber  woher  immer  wieder  der  gelbe  Koth,  nachdem  längst  die
Sehnen  und  Nerven  bis  zum  Zerspringen  und  Vertrocknen  angespannt
  waren?  Die  Münze  des  Königs  von  Preußen  war  längst
verrufen.  Kein  Fürst  gewann  am  Geldprägen  so  viel  wie  er.  Er
trieb  dies  höher  und  höher.  Er  ließ  Scheidemünze  ausprägen  in
ungehenrer  Menge.  Er  überschwemmte  in  der  letzten  Zeit  seine
östlichen  Provinzen  mit  sogenannten  Düttchen.  Er  ließ  auf  dringende
  Bitten  davon  ab;  allein  die  Einnahmequelle  war  einmal
da,  und  mußte  ersetzt  werden.  Um  den  Ausfall  von  vierteljährlich
19.500  Thlr.  zu  decken,  ward  ein  Jude  gegen  eben  diese  Abgabe
veranlaßt  Albertsthaler  zu  prägen  und  nach  Polen  abzusetzen.)
uünnd  doch,  er  ja  durfte  nicht  mehr  hoffen  noch  einmal  in  den
Fall  der  Möglichkeit  eines  Krieges  zu  kommen.  Wohl  sang  er
noch  einmal  seine  Ode  an  seine  confreres  de  la  guerre:  für

1)  Oeuv.  XXVI.  487.  —  2)  Baczko:  Eeschichte  seines  Lebene  II.  130—133.