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und  Wille  die  einstigen  Beziehungen  zwischen  Frankreich  und  Friedrich
  II.  herzustellen.

Er  durchreiste  die  Länder,  um  sie  zu  erforschen.  Er  hatte  für
Berlin  Empfehlungen  an  den  Minister  Herzberg.  1)  Bei  seiner
Ankunft  waren  die  deutschen  Verhältnisse  ihm  völlig  unbekannt.
Er  sprach  sich  oft  aus,  als  wenn  Norddeutsche  und  Samojeden
Nachbaren  wären.  Aber  man  sah  mit  Verwunderung,  mit  welcher
Kraft  und  unglaublichen  Thätigkeit  Mirabean  es  verstand  diese
Unwissenheit  zu  überwinden  und  seine  mitgebrachten  Vorurtheile
abzulegen.  Bald  las  er  deutsche  Schriften  und  verstand  deutsche
Rede.  Dann  brachte  er  alle  Literatur  zusammen,  was  in  alter
und  neuer  Zeit  über  Deutschland,  insbesondere  über  Preußen  geschrieben
  worden,  machte  sich  den  Inhalt  bekannt  und  ließ  die
Bücher  ausziehen  und  übersetzen.  Diese  Quelle  seines  Unterrichtes
war  jedoch  nicht  die  hauptsächliche.  Er  suchte  Menschen  aller  Classen
auf:  Staatsmänner,  Militär,  Gelehrte,  Kaufleute,  Künstler,  Fabrikanten,
  Handwerker.  Der  Franzose  verstand  die  Kunst  zu  fragen
in  einem  merkwürdigen  Grade.  Auch  dem  scheinbar  unbedentenden
Gegenstande  wußte  er  eine  interefsante  Seite  abzugewinnen,  auch
von  dem  stumpfsten,  unwissendsten  Menschen  wußte  er  zu  lernen.
Noch  auffallender  war  die  ihm  eigene  Gabe  Männer  von  höherer
Bildung,  die  entweder  gar  nichts  mittheilen,  oder  gar  ihn  irre
leiten  wollten,  zum  Reden  der  Wahrheit  zu  bringen.  Seinen  Fragen,
  die  oft  gar  nicht  einmal  das  Ansehen  von  Fragen  hatten,
auszuweichen  war  ganz  unmöglich.  Die  Lebendigkeit  seiner  Unterhaltung,
  das  Interesse,  das  er  den  eigenen  Bemerkungen  gab,  selbst
die  Lust  zum  Widerspruche,  die  er  erweckte,  brachte  aus  Jedem,
mit  dem  er  sprach,  alles  heraus,  was  in  ihm  war,  und  oft  setzte
er  durch  die  Schlüsse,  die  er  auf  der  Stelle  aus  dem  Vernommenen
zog,  selbst  diejenigen  in  Erstaunen,  welche  eben  vorher  die  Vorder-1)

  Dohm  V.  400.
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