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lands  unter  Oestreich  zu  fürchten.  Die  Möglichkeit  derselben  hängt
allein  ab  von  dem  Grade  der  Macht  des  Hauses  Brandenburg.
Wenn  dieses  einen  Augenblick  das  künstliche  Gleichgewicht  verliert,
welches  es  durch  eine  überlegene  Klugheit  sich  zu  verschaffen  gewußt
hat:  so  wird  der  Kaiser  das  herrschende  Oberhaupt  von  Deutschland.
  Darum  ist  es  das  Interesse  Frankreichs  das  Haus  Brandenburg
  zu  halten,  ja  es  noch  zu  vergrößern.  Die  preußische  Monarchie
ist  das  Palladium  der  deutschen  Libertät.

Wir  haben  statt  des  Wortes  Libertät  nur  das  Wort  Spaltung
zu  setzen,  um  die  Ansicht  des  Franzosen  auch  von  unserem  nationaldeutschen
  Standpunkte  aus  völlig  gerechtfertigt  zu  finden.

Und  damit  dürfte  denn  auch  für  die  Bewunderer  des  Königs
Friedrich  II.  die  Glaubwürdigkeit  von  Mirabeaus  Berichten  in
ihrem  Interesse  dargethan  sein.  Vernehmen  wir  also,  wie  der
Franzose  Mirabeau  in  seinem  Werke  sich  über  den  Eindruck  der
Todesnachricht  von  Friedrich  II.  ausspricht:  1)

„Ich  der  ich  ihn  gesehen,  ihn  gehört  habe,  ich  der  ich  bis  in
das  Grab  den  süßen  Stolz  nähren  werde  ihn  interessirt  zu  haben:
ich  schaudere  noch  und  meine  Seele  ergrimmt  über  das  Schauspiel,
das  Berlin  meinen  staunenden  Augen  darbot,  am  Todestage  des
Helden,  der  die  Welt  vor  Erstaunen  verstummen  und  vor  Bewunderung
  reden  machte.  Alles  war  todtenstill;  aber  Niemand  war
traurig.  Alles  war  beschäftigt;  aber  Niemand  war  betrübt.  Nicht
ein  Bedauern,  nicht  einen  Seufzer,  nicht  ein  Lob  bekam  man  zu
hören.  Darauf  also  laufen  so  viele  gewonnene  Schlachten,  so  viel
Ruhm,  eine  Regierung  von  beinahe  einem  halben  Jahrhunderte,
voll  von  einer  solchen  Menge  von  Wundern:  darauf  laufen  sie
hinaus!  Man  war  ihrer  bis  zum  Abscheu  überdrüssig  .  Was
erwarteten  sie  denn?  Den  Raub  des  Schatzes!  Der  einzige
General  Möllendorf  weinte.  Beim  Eide  der  Truppen  brach  dem

1)  Mir.  u.  Mauv.  I.  193.