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empfindenden  Beobachter  das  Herz,  bei  seinem  tief  trauernden
Blicke,  bei  seinen  unwillkührlichen  Thränen,  bei  seiner  männlichen,
aber  doch  gerührten  Anrede,  bei  seinem  ganzen  Anstande  eines  verwundeten
  Helden.  Allein  er  war  der  Einzige,  dem  man  Schmerz
ansah,  und  das  sage  ich  zu  seinem  Ruhme.“

„Woher  diese  wilde  Undankbarkeit?  Weil  Friedrich  diejenigen
mehr  liebte,  denen  er  zugehörte,  als  diejenigen,  die  ihm  zugehörten,
und  diese  allein  umgaben  seinen  Sarg.“

Also  der  Franzose  Mirabeau.  Wir  haben  seinem  Berichte
entgegen  zu  stellen,  was  ein  anderer  Verehrer  des  Königs  Friedrich
  II.  lange  Jahre  nachher  über  seine  eigenen  Empfindungen  und
über  Mirabeaus  Zeugnis  niederschrieb.

Als  Friedrich  starb,  war  Dohm  zu  Köln  am  Rheine.  Er
schildert  die  Gefühle,  die  er  dort  bei  der  Nachricht  empfunden
habe.  1)  „Da  der  König  so  oft  schon  sterbend  und  todt  gesagt
war  und  dennoch  sich  wieder  erholt  hatte:  so  war  es  bei  der  Nachricht
  gestattet  zu  zweifeln.  Aber  wie  es  nun  gewis  und  entschieden
war,  daß  er  der  Erde  entnommen  sei:  welche  unbeschreiblichen  Gefühle
  bemächtigten  sich  da  des  tief  bewegten  Gemüthes!  Es  war
eine  Empfindung  der  Leere,  der  Verlassenheit,  der  Besorgnis  für
die  Zukunft,  weil  nun  auf  einmal  derjenige  fehlte,  der  so  großen
Einfluß  auf  die  allgemeinen  Angelegenheiten  gehabt,  dessen  Weisheit
  den  Ausbruch  der  Leidenschaft  zurückgehalten  und  den  Frieden
der  Welt  befestigt  hatte.  Wir  haben  nachher  mehrmals  auch  von
Anderen,  selbst  von  solchen,  die  nicht  Unterthanen  Friedrichs,  nicht
mit  ihm  in  näherer  Berührung  gewesen  waren,  vernommen,  daß
sie  bei  der  Nachricht  von  seinem  Tode  gleiche  Gefühle  gehabt
haben.“  ·

Also  Dohm.  Es  ist  merkwürdig,  daß  er  dann  sich  veranlaßt
fühlt  in  einer  Note  hinzuzufügen,  daß  diese  Schilderung  von  dem

1)  Dohm  III.  180.