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Dohm?  Daß  es  unter  jeder  Regierung,  wie  auch  immer  sie  beschaffen
  sei,  nicht  wenige  gibt,  die  mit  Furcht  an  eine  Veränderung
denken,  ist  eine  so  selbstverständliche  Thatsache,  daß  Mirabeau  sie
ohne  Zögern  und  Bedenken  zugegeben  haben  würde.  Die  Frage
ist  nur  die,  ob  Dohms  Gegenbemerkungen  den  Bericht  des  Augenund
  Ohrenzeugen  Mirabeau  im  mindesten  entkräften.  Die  Frage
scheint  verneint  werden  zu  müssen.

Nur  der  Einwurf  Dohms  ist  der  Form  nach  begründet,  daß
Mirabean  lediglich  die  Berliner  sah,  nicht  den  preußischen  Bürger
und  Landmann  überhaupt.  Es  wäre  immerhin  wenn  auch  sehr
Eanwahrscheinlich,  doch  möglich,  daß  das  Urtheil  derselben  beim
Tode  des  Königs  anders  ausgefallen  wäre,  als  dasjenige  der
Berliner.  Und  hier  nun  ist  es  sehr  schwer  durch  die  Dunkelheit,
welche  später  die  vielen  Bücher  über  diese  Zeit  und  den  König
verbreitet  haben,  die  Wahrheit  noch  zu  erkennen.  Doch  fehlt  es
uns  nicht  völlig  an  Zeugnissen.  Ein  gewisser  Fischer  in  Halle
schrieb  sofort  nach  dem  Tode  des  Königs,  so  weit  wir  wissen,  das
erste  der  lobpreisenden  Bücher.  Er  gibt  uns  den  Grund  an,  wie
er  dazu  gekommen.  1)  „Ich  habe  verschiedenen  Leichenreden  und
Predigten  nach  dem  Tode  des  Königs  beigewohnt,“  sagt  er,  „ganz
in  der  Erwartung  das  Volk  in  Thränen  zerfließen  zu  sehen,  und
wir  gingen  alle  kalt  und  ungerührt  davon.“  Fischer  fragt  nach
dem  Grunde.  Es  kam  nach  seiner  Ansicht  daher,  „weil  uns  die
Redner,  bekannte,  sehr  geschickte  Männer  oft  nur  mit  Gemeinplänen
von  der  Größe  des  Verlustes  und  mit  allgemeinen  Klagen  über
den  Umfang  seines  thatenvollen  Lebens  unterhalten  hatten,  ohne
uns  auch  nur  mit  einer  Einzelheit  bekannt  zu  machen.“  Demgemäß
  fühlt  dieser  Schriftsteller  sich  bewogen  die  Welt  mit  den
Einzelheiten  des  Lebens  dieses  Königs,  und  besonders  seiner  Kriegesthaten
  bekannt  zu  machen.  Ob  er  durch  sein  Buch  die  fehlende

1)  Flscher:  Geschichte  Frietrich  II.  Bd.  1.  Vererinnerung.