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dagegen  zu  fürchten.  Ein  abermaliges  Bündnis  mit  dem  Erbfeinde
  wie  vor  120  Jahren,  wäre  nicht  bloß  ein  abermaliger  Verrath
  am  deutschen  Gesammtvaterlande,  sondern  zugleich  auch  ein
Verrath  gegen  die  eigene  Existenz  und  das  eigene  Wohl.

Im  Wesentlichen  ist  dasselbe  Verhältnis  gegen  Rußland.  Wenn
auch  hier  die  Erfahrung  in  solcher  Weise  fehlt,  wie  gegen  den  westlichen
  Nachbar:  so  tritt  hier  die  Abneigung  der  deutschen  Nation
mindestens  eben  so  stark  hervor.  Und  in  Wahrheit  fehlt  auch  nicht
die  Erfahrung,  wenn  sie  auch  nicht  so  offen  sich  zeigt.  Katharine  II.
hat  das  Bündnis  mit  Friedrich  II.  beibehalten,  so  lange  es  ihr
diente.  Dann  hat  sie  es  fahren  lassen.  Ihre  Nachfolger  haben
gehandelt  in  demselben  Sinne.

Die  Monarchie  Friedrichs  II.  ist  begründet.  Aber  der  Begründer
  selbst  hat  sich  über  das  Wesen  derselben  nicht  getäuscht.
Er  hat  anerkannt,  daß  er  mit  der  Anspannung  und  Ueberspannung
aller  Kräfte  es  doch  nur  bringe  zu  einer  Halbgroßmacht,  welche
an  natürlicher  Macht  keinem  anderen  Großstaate  gewachsen  war.
Er  hat  sich  darüber  nicht  getäuscht  auch  nachdem  er  den  siebenjährigen
  Krieg  bestanden.  Er  hat  Heil  und  Zuflucht  für  seinen
Staat  nur  gesehen,  indem  er  um  die  Gunst  einer  wirklichen  Großmacht
  warb,  sei  es  Frankreich,  sei  es  Rußland.  Er  sah  es  als  ein
schweres  Unglück  seiner  letzten  Tage  an,  daß  beide  Mächte  von  ihm
sich  abwandten.  Er  klagt  es  seinem  Bruder  Heinrich  schwer  bedrückt:
  „Wir  schweben  ohne  Bündnis  in  der  Luft.“

Damals  war  längst  von  Oestreich  aus  der  Ruf  an  ihn  ergangen,
  daß  nur  ein  festes  Zusammenstehen  beider  Mächte  sie  gemeinsam
  schützen  werde.  Friedrich  II.  wollte  nicht.  Zwischen  Oestreich
  und  ihm  stand  das  Bewußtsein  seines  Unrechtes.  Facile
est  odisse  quem  laeseris.

Wir  berichten  nur,  was  geschehen  ist.

Allein  mit  innerer  Nothwendigkeit  ringt  sich  aus  der  Brust
des  Deutschen,  der  seine  Heimat,  sein  Vaterland,  seine  Sprache