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Kniephof  9.  1.  44.
Lieber  Oscar

Mein  wenig  wohlerzognes  Schweigen  bitte  ich  Dich  damit
zu  entschuldigen,  daß  ich  seit  Neujahr  täglich  mit  dem  Gedanken
umgehe,  statt  eines  Briefes  selbst  nach  Berlin  zu  kommen.  Die
Einladung  zu  einigen  unserer  besten  Jagden,  in  Cantreck  1)  pp,  sowie
  unvorhergesehene  kleine  Geschäfte  haben  mich  von  Tag  zu  Tag
aufgehalten,  so  daß  ich  vermuthlich  erst  Donnerstag  werde  abgehn
  können.  Einstweilen  gebe  ich  Dir  indeß  schriftlich  meine
Erkenntlichkeit  für  die  vortreffliche  Besorgung  meiner  Commissionen,
  und  namentlich  bitte  ich  Dich  Deiner  Frau  Schwester
meinen  unterthänigen  Dank  zu  Füßen  zu  legen  und  ihr  zu  sagen,
daß  die  Eleganz  ihres  Geschmacks  selbst  der  rohen  Unempfindlichkeit
  der  Eingebornen  Ausbrüche  staunenden  Beifalls  entlockt  hat.
Daß  Deine  Aussichten  für  die  nächste  Fukunft  sich  nicht  mehr
nach  Deinen  Wünschen  gestalten,  betrübt  mich,  und  finde  ich
Deinen  Unmuth  sehr  natürlich;  was  die  meinigen  anbelangt,
so  sind  Deine  Machrichten  nicht  ganz  genau.  In  Folge  eines  Angebots
  von  Seilten]  sehr  zahlungsfähiger  Räufer  von  2o0  ooo  Th.
erklärte  sich  mein  Bruder  bereit  190  für  die  Güter  zu  geben;  beim
Herhandeln  darüber  wurde  er  mürbe,  und  machte  mir  den  Theilungsvorschlag,
  daß  er  Külz  für  8o  ooo,  wenn  ich  die  beiden
andern  zu  320  annehmen  wollte.  Dieß  Urrangement  ist  für  mich
ungleich  vortheilhafter  als  das  erste,  und  auch  er  kommt  nicht
zu  kurz,  da  eine  durch  diese  Derhältnisse  herbeigeführte  Taxbesichtigung
  einen  sehr  viel  größeren  Holzwerth  in  Rülz  nach-1)

  Kantreck,  v.  Röller'sches  Gut  in  Hommern,  Rreis  Rammin.