wies,  als  ich  geglaubt  hatte  daß  da  wäre.  Da  ich  2/8  der  Schulden
auf  meinen  Theil,  und  nur  3/8  des  Werthes  habe,  so  habe  ich  nur
unbedeutend  auszuzahlen,  etwa  gegen  s  bis  10  coo  Th.,  und  bin
der  Meinung  ein  sehr  vortheilhaftes  Geschäft  gemacht  zu  haben.
Ich  kann  die  Güter  jetzt  als  mein  unbeschränktes  Eigenthum
betrachten,  und  ob  ich  mit  Dir  reise,  wird  davon  abhängen,  ob
es  mir  gelingt,  mir  zu  bequemen  Bedingungen,  d.  h.  nicht  zu
schneller  Nückzahlung,  5  bis  4000  Th.  oder  was  wir  sonst  gebrauchen,
  zu  verschaffen,  da  ich  eine  solche  Summe  für  setzt
aus  meinen  laufenden  Revenüen,  wenigstens  in  diesem  Jahre,
nicht  flüssig  machen  kann.  Weiteres  mündlich.

Die  Geschichte  mit  dem  Dicken  hat  mich  sehr  unangenehm  berührt.
  Deine  Ansicht  war  die  einzige  mögliche  von  der  Sache,
und  ist  es  Schade,  daß  grade  Du  durch  verwandschaftliche  Verhältnisse
  abgehalten  wurdest,  sie  ihm  mit  mehr  Energie  aufzudringen.
  Ich  fürchte,  er  wird  sein  Derfahren  bitter  und  lange
bereuen,  da  die  Sache  trotz  aller  Vorsicht  doch  nicht  geheim
bleiben  wird.  Genn  es  irgend  sich  mit  Anstand  thun  ließe,  so
wäre  mein  Rath,  die  Sache  wieder  einzurühren,  und  noch  zum
Rlappen  zu  bringen,  denn  eine  solche  „schriftliche“  Erklärung,
die  obenein  nicht  bloß  einen  Widerruf,  sondern  eine  Derunglimpfung
  seines  eignen  Benehmens  enthält,  führt  mehr  Unannehmlichskeit!)?)
  für  den  Aussteller  mit  sich,  als  eine  Kugel  im
Lteibe.  Ich  bin,  bei  ruhigem  Blute,  ganz  Deiner  Ansicht,  daß
Eingeständniß  und  Sühne  eines  Unrechts  dessen  man  sich  bewußt
  ist,  der  Ehre  eines  Mannes  mehr  förderlich  als  nachtheilig
ist,  aber  die  Form  in  der  es  geschieht,  scheint  mir  im  vorliegenden
Fall  eine  mit  den  herkömmlichen  Begriffen  ganz  unverträgliche
gewesen  zu  sein.  Ich  für  mein  Tbeil  habe  zu  wenig  Vorurtheil
und  zu  viel  eingealtertes  ohlwollen  gegen  D.,  als  daß  sein
Benehmen  in  unserm  Verhältniß  etwas  ändern  sollte;  aber  die

9  Ergänzung  des  Herauegebers.