von  jeder  Schüssel  an,  die  vor  ihr  steht.  Mir  gegenüber  sitzt  der
alte  Graf  Beust,  eine  jener  Gestalten,  die  uns  im  Traume  erscheinen,
  wenn  wir  schlafend  übel  werden;  ein  dicker  Frosch  ohne
Beine,  der  vor  jedem  Bissen  den  Mund  wie  ein  Nachtsack  bis
an  die  Schultern  aufreißt,  so  daß  ich  mich  schwindelnd  am  Rande
des  Tisches  halte.  Mein  andrer  Nachbar  ist  ein  russischer  Offizier,
ein  guter  Junge,  gebaut  wie  ein  Stiefelknecht,  langer  schlanker
Leib  und  kurze  krumme  Beine.  Die  meisten  Leute  sind  schon  abgereist,
  und  unsre  Tischgesellschaft  ist  von  2  bis  300  auf  12  bis
15  zusammengeschmolzen.  Ich  selbst  habe  mein  Deputat  an  Bädern
nun  auch  weg,  und  werde  mit  dem  nächsten  Dampfschiff,  welches
übermorgen  den  11.  erwartet  wird,  nach  Helgoland  abgehn,  und
von  dort  über  Hamburg  nach  Schönhausen  kommen.  Ich  kann
indeß  den  Tag  meiner  Ankunft  nicht  bestimmen,  weil  es  nicht
gewiß  ist,  daß  das  Dampfboot  übermorgen  kommt;  in  den  Bekanntmachungen
  ist  diese  Fahrt  zwar  angesetzt,  sie  pflegen  aber  die
letzten  Reisen,  wie  man  mir  sagt,  oft  fortzulassen,  wenn  sie
keine  hinreichende  Anzahl  von  Oassagieren  erwarten,  um  ihre
Kosten  zu  decken.  Die  Bremer  Oampfschiffe  gehn  schon  lange
nicht  mehr,  und  zu  Lande  mag  ich  nicht  reisen,  weil  die  Wege
so  schlecht  sind,  daß  man  erst  am  dritten  Tage  nach  Sanover
kommt,  auch  sind  die  Dostwagen  abscheulich.  Wenn  also  das
Dampfboot  übermorgen  ausbleibt,  so  beabsichtige  ich  den  Donnerstag
  mit  einem  Seegelboot  nach  Selgoland  zu  fahren;  von
dort  ist  zweimal  wöchentlich  Verbindung  nach  Samburg,  ich
weiß  aber  nicht,  an  welchen  Tagen.  Der  Dater  schrieb  mir,
daß  Ihr  am  16.  nach  Berlin  gehn  würdet;  wenn  ich  mich  also  in
Samburg  überzeuge,  daß  ich  nicht  bis  zum  16.  per  Dampf  bei
Euch  eintreffen  kann,  so  werde  ich  das  Hotsdamer  Boot  zu
benutzen  suchen,  und  direct  nach  Berlin  gehn,  um  mit  Euch  für
Kunst  und  Industrie  zu  schwärmen.  Wenn  Du  diesen  Brief  noch
zeitig  genug  erhältst,  was  ich  bei  der  Langsamkeit  der  biesigen
Dosten  kaum  glaube,  so  könntest  Ou  mir  mit  zwei  Feilen  nach

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