ma  soeur

Ich  werde  am  7.  von  hier  abreisen,  am  s.  mit  dem  Nachmittagszuge
  vermuthlich  durch  Angermünde  kommen,  auch,  wenn  Ihr
schon  von  VWoddow)  zurück  seid  und  sonst  nichts  dawider  habt,
die  Macht  dort  bleiben.  Ich  nehme  an,  daß  Ihr  wohl  und  beiter
seid,  und  kann  Dir  melden,  daß  auch  Dater  und  ich  wenigstens
gesund,  auch  die  Hunde  nicht  toll  geworden  sind.  Hach  Eurer
Abreise  haben  lwir]  das  Laus  natürlich  sehr  einsam  gefunden,
und  ich  habe  mich  an  den  Ofen  gesetzt,  geraucht  und  Betrachtungen
darüber  angestellt,  wie  unnatürlich  und  selbstsüchtig  es  ist,  wenn
Mmädchen,  die  Brüder  haben  und  obenein  unverehelichte,  sich  rücksichtslos
  verheirathen  2),  und  thun,  als  wenn  sie  nur  in  der
Welt  in  wären,  um  ihren  fabelhaften  Neigungen  zu  folgen;  eine
Selbstsucht,  von  der  ich  unser  Geschlecht  und  mich  persönlich
glücklich  frei  weiß.  Nachdem  ich  das  Unfruchtbare  dieser  Betrachtungen
  eingesehn  hatte,  erbob  ich  mich  von  dem  grönleinenen
Stuhl,  auf  dem  Du  mit  Miss  3)  und  Oscar  zu  küssen  und  zu  flüstern
  pflegtest,  und  stürzte  mich  kopflings  in  die  ahlumtriebe,
aus  denen  ich  mit  der  Dberzeugung  bervorging,  daß  5  Stimmen
auf  Tod  und  leben  und  2  mit  einiger  Laubeit  für  mich  aufzutreten
  geneigt  waren,  dagegen  4  für  Krug,  16  bis  18  für  Arnim
und  12  bis  75  für  Alvensleben.  Uberall  sagte  man  mir,  ja  wenn
wir  es  Alvensleben  nicht  schuldig  wären,  oder  wenn  wir  Sie

1)  Arnimsches  Gut  und  Dorf  in  der  Ukermark.

2)  Die  Schwester  hatte  sich  am  30.  Oktober  1844  mit  Herrn  Oskar  v.  Arnim
verbeiratet.

9  Name  eines  Sundes.

16