gnügen,  überhaupt  nur  in  Verbindung  zu  sein.  Ist  man  geistig
angeregt,  so  schreibt  man  einen  witzigen,  ist  man  niedergeschlagen,
einen  sentimentalen  Brief;  hat  man  den  Magen  verdorben,  hypochonder,
  und  hat  man  gelandwirthschaftet,  wie  ich  heut,  trocken
und  kurz.  Ich  habe  heut  den  ganzen  Tag  gerechnet,  und  wußte
bei  Gott  nicht,  was  ich  Dir  schreiben  möchte;  wäre  es  nicht  wegen
Grosvenor  gewesen,  so  hätte  ich  es  aufgeschoben;  (so  leicht  verfalle
  ich  selbst  in  den  Fehler,  den  ich  tadle),  und  nun  habe  ich  doch
3  Seiten  vollgeschrieben,  ich  weiß  nicht,  wovon,  und  verlange
von  Dir,  als  schwesterliche  Hflicht  und  Schuldigkeit,  daß  Du  sie
lesen  sollst.  Ebenso  mußt  Du,  mein  Serz,  dazu  beitragen,  uns
auf  dem  ungenirten  Hlauderfuß  zu  erhalten;  schreibe  Du  mir,  in
welcher  Stimmung  Du  willst,  auch  in  der  wirthschaftlichsten
von  der  Welt,  Du  machst  mir  immer  eine  sehr  große  Freude;
Dein  Brief  mag  kurz  oder  lang,  frankirt  oder  unfrankirt  sein,  er
mag  Dir  uninteressant  vorkommen,  für  mich  ist  er  immer  das
Gegentheil.  —  Mit  besonderem  Couvert  übersende  ich  Dir  einige
von  den  blonden  Leberwürsten,  welche  vor  etwas  länger  als
Jahreefrist  Oscars  Herz  mit  Dir  zu  theilen  den  VDorzug  hatten,
und  will  wöünschen,  daß  Du  zur  Frühstückszeit  bevorzugte  Nebenbuhlerinnen
  in  ihnen  findest.

Für  heut  leb  wohl,  mein  Lieb,  und  schreibe  ja  bald  an  Vater,
und  dann  auch  an  Deinen  treuen  Bruder

Lniephof  22.  Febr.  45.  Bismarck.
An  Srau  von  Arnim  geb.  von  Bismarck  Aufgabestempel:  Naugard
Sochwohlgeboren  *
hierbei  3  Riste,  bloß
A  I:  An  Und
sign.  F.  v.  A.  Angermünde  ntunftstempt  "
fr.  Angermünde  1

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