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Madame

Nur  mit  #Wühe  widerstehe  ich  der  Neigung,  einen  ganzen  Brief
mit  landwirthschaftlichen  Klagen  anzufüllen,  über  Nachtfröste,
krankes  Vieh,  schlechten  Raps  und  schlechte  Wege,  todte  Lämmer,
hungrige  Schaafe,  Mangel  an  Stroh,  Futter,  Geld,  Rartoffeln
und  Dünger;  dazu  pfeift  Johann  draußen  ebenso  consequent  wie
falsch  einen  ganz  infamen  Schottischen,  und  ich  habe  nicht  die
Grausamkeit,  es  ihm  zu  untersagen,  da  er  ohne  Iweifel  seinen
beftigen  Liebeskummer  durch  Musik  zu  beschwichtigen  sucht.  Das
Jdeal  seiner  Träume  hat  vor  KRurzem  auf  Jureden  der  SEltern
ihm  abgesagt  und  einen  Stellmacher  geheirathet.  Ganz  mein
Fall,  bis  auf  den  Stellmacher,  der  noch  im  Schoße  der  Jukunft
raspelt.  Ich  muß  mich  übrigens,  hol  mich  der  D.  ..„  verheirathen,
  das  wird  mir  wieder  recht  klar,  da  ich  mich  nach  Vaters
Abreise  einsam  und  verlaassen  1)  fühle,  und  milde  feuchte  Witterung
  mich  melancholisch,  sehnsüchtig,  verliebt  stimmt.  Wir  hilft
kein  Sträuben,  ich  muß  zuletzt  doch  noch  Selene  E.  beirathen;
die  Leute  wollen  es  alle  so,  und  nichts  scheint  natürlicher,  da
wir  beide  zusammen  übrig  geblieben  sind.  Sie  läßt  mich  zwar
kalt;  aber  das  thun  sie  alle,  weiß  der  O.,  woran  es  liegt;  am
Ende  steckt  noch  ein  Hollak  (laß  Dir  den  Ausdruck  von  Oscar  erklären)
  von  Neigung  für  meine  ungetreue  Stellmacherin  in  mir,  eine
Schwäche;  aber  um  derentwillen  ich  anfange  mich  zu  achten;  es  ist
bübsch,  wenn  man  seine  Neigungen  nicht  mit  den  Hemden  wechseln
kann,  so  selten  letzres  auch  geschehn  mag.  Daß  ich  am  z.  mehrfachen

1)  Dae  doppelte  a  abslchtlich  gesetzt,  um  den  Grad  des  Verlassenbeitsgefühle
auszudrücken.

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