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Liebe  Arnimen

Ich  habe  in  diesen  Tagen  soviel  Briefe  schreiben  müssen,  daß
mir  nur  noch  ein  halber  mit  Caffee  befleckter  Bogen  geblieben
ist,  den  ich  Dir  deshalb  aber  nicht  vorenthalten  will.  Meine  Eristenz
  bier  ist  nicht  die  vergnüglichste  gewesen.  Inventarien  anfertigen
  ist  langweilig,  namentlich  wenn  man  von  den  Schurken
den  Taxatoren  3  WMal  aus  nichtigen  Gründen  im  Stich  gelassen
wird,  und  Tagelang  vergeblich  warten  muß.  Außerdem  ist  mir
ein  Beträchtliches  an  Rorn  verhagelt  (den  77.),  und  endlich  habe
ich  noch  immer  einen  höchst  widerwärtigen  Susten,  obgleich  ich
seit  Angermünde  keinen  Gein  getrunken  und  mich  vor  jeder
Erkältung  sorgfältig  in  Acht  genommen  habe,  über  WMangel
an  Appetit  nicht  klagen  kann  und  schlafe  wie  ein  Dachs.  Dabei
verhöhnt  mich  jeder  wegen  meines  gesunden  Aussehns,  wenn  ich
behaupte,  an  der  Brust  zu  leiden.  Morgen  Mittag  werde  ich
Nedekin  1)  besuchen,  übermorgen  nach  Magdeburg  gehn  und  von
dort  nach  1  bis  zweitägigem  Aufenthalt  mich  unaufbaltsam  in
Deine  Arme  stürzen.  Don  hier  kann  ich  Dir  weiter  nichts  Neues
melden,  als  daß  die  Degetation  bei  meiner  Ankunft  im  Dergleich
  mit  Angermünde  14  Tage  vor  war,  und  die  Saaten  im
ganzen  mittelmäßig  stehn.  Die  Folgen  der  Ueberschwemmung
machen  sich  leider  auf  eine  sehr  verdrießliche  Geise  im  Garten
bemerklich.  Außer  den  vielen  Hölzern,  die  ich  sim]  Winter  schon
als  ausgegangen  aus  dem  Bosquet  genommen  habe,  zeigt  sich

1)  Dorf  an  der  von  Genthin  nach  Jerichow  führenden  Straße.

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