18.
Cardemin  29.  10.  46.
L(iebe  Malle

Mit  der  Frau!)  hier  geht  es  etwas  besser,  so  daß  wieder  HSoffnung
  ist,  sie  herzustellen,  wenn  auch  noch  keine  sehr  sichre.  Sie
ist  wenigstens  wieder  bei  vollem  Bewußtsein,  was  eine  Feitlang
in  dem  Grade  nicht  der  Fall  gewesen  ist,  daß  man  fürchtete,  sie
würde  auch  im  Falle  der  Genesung  gestört  bleiben,  eine  Befürchtung,
  die  ganz  gehoben  ist.  Antonie  ist  hier  und  läßt  vielmals
  grüßen,  und  Du  mochtest  ihr  schreiben!

In  Kniephof  bin  ich  nur  zwei  Tage  gewesen,  und  beabsichtige
es  zu  verpachten;  vielleicht  an  artensleben  aus  Schwirsen?),
der  es  für  einen  seiner  Schwäger  haben  will.  Bitte  doch  Oscar,
daß  er  mir  umgehend  einen  seiner  Dachtcontracte  schickt,  Woddow
oder  Ruhhof.

Thadden  und  Moritz  sind  beide  sehr  getrost,  und  waren  auch,
als  ich  ankam,  gefaßter  wie  andre  Leute,  obgleich  Fanninger?)
damals  kaum  eine  Spur  von  Hoffnung  hatte.  Sie  fiebert  noch
immer  und  ist  so  schwach,  daß  sie  kaum  sprechen  kann.  Grüße
Oscar  herzlich  und  leb  wohl.  Dein  treuer  Bruder

Biemarck.

An  Srau  von  Arnim  geb.  von  Bismarck  Aufgabestempel:  Naugard

Fochwohlgeboren  5
fr.  Angermünde  Ankunftstempel:  N  11

1)  WMarie  v.  Blanckenburg,  geb.  v.  Thadden,  Gattin  von  Moritg  v.  Blanckenburg.
2)  Dorf  und  Rittergut  im  Reg.-Bezirk  Stettin;  damaliger  Besitger  war

Graf  Alerander  v.  Wartensleben,  geb.  35.  Sebruar  1307,  gest.  24.  April  3883.
:)  Arzt,  Schwiegervater  Bernharde  v.  Bismarck.

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