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Schönhausen,  19.  Febr.  1847.
Mein  liebes  Serz

Ich  bin  recht  faul  im  Schreiben  an  Dich  gewesen,  und  faul
doch  eigentlich  nicht,  denn  ich  habe,  seit  ich  als  Drotokollführer
beim  Criminal-Gericht  fungirte,  nicht  so  viel  geschrieben  wie  in
den  letzten  Wochen.  Erstens  ist  das  Actenwesen,  welches  ich
von  Werder  1)  übernommen  habe,  in  einer  gränzenlosen  Confusion,
  und  da  ich  einstweilen  nicht,  wie  die  Herrn  Landräthe,
6  Schreiber  zu  meiner  DOisposition  habe,  so  muß  ich  mich  allein
damit  befassen,  und  zweitens  wird  die  Correspondenz  mit  Reinfeld
  augenblicklich  mit  einer  Lebhaftigkeit  geführt,  die  auf  die
änge  so  nicht  beibleiben  kann.  Ee  ist  doch  sehr  angenehm,  verlobt
zu  sein;  ich  sehe  seitdem  mit  ganz  andern  Augen  in  die  Welt,
langweile  mich  nicht  mehr,  und  habe  wieder  Lust  und  Muth
zu  leben.  Je  mehr  und  je  ruhiger  ich  mich  in  die  Idee  einlebe,
desto  deutlicher  wird  mir,  daß  ich  einen  verständigen  und  einen
glücklichen  Schritt  gethan  habe,  und  meine  Soffnung  ist,  daß
mich  diese  Ueberzeugung  nie  verlassen  wird.  Jetzt,  nun  ich  nahe
an  das  Seirathen  komme,  leuchtet  mir  recht  ein,  wie  sehr  ernsthaft
  dieß  Geschäft  ist,  und  wie  ich  Gott  zu  danken  habe,  daß
er  den  blinden  Sifer,  mit  dem  ich  *  heirathen  wollte,  unschädlich
machte.  Wir  waren  in  keiner  Weise,  nach  Gemüth,  Bildung
und  Gewohnheiten  für  einander  geeignet,  und  ich  würde  die
vorübergehende  Annehmlichkeit,  eine  hübsche  Frau  zu  haben,  mit

1)  Dem  bisherigen  Oeichhauptmann,  der  auf  Biemarcke  Antrag  seines  Amtes
enthoben  worden  war.

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