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Schönhausen  24.  October  1247.
Liebe  Malle

unsere  Correspondenz  hat  eine  lange  Unterbrechung  gehabt,
aber  eine  sehr  natürliche,  (ich  schreibe  schon  mit  der  #ten  Feder,
und  sie  taugen  alle  nicht),  da  weder  ein  Bräutigem  noch  ein  Reisender
  Feit  zum  Briefschreiben  zu  haben  pflegt.  Unsre  Reise  war
etwas  gehetzt,  hat  mir  aber  doch  viel  Dergnügen  gemacht,  namentlich
  durch  Johanna's  totale  Unblasirtheit,  die  niemals  über  den
HSarz  und  Carlsbad  hinausgewesen  war.  Für  mich  selbst  scheint
die  Zeit  vorbei  zu  sein,  wo  man  begierig  ist,  sich  von  neuen  Anblicken
  imponiren  zu  lassen,  so  daß  ich  mich  mehr  durch  den
Nefler  von  Johanna  gefreut  habe.  Wir  wollten  eigentlich  nur
bie  Meran,  und  nur  die  Wohlfeilbeit  der  Reise  bis  dahin  veranlaßte
  uns,  Ober-Italien  noch  mitzunehmen.  Die  Schweiz  und
der  Rhein  wurden  nur  auf  dem  eilfertigen  Rückzuge  mitgenommen,
um  den  langweiligen  Weg  durch  Baiern  zu  sparen.  Da  mußte
denn  aber  Johanna's  Silberfond  noch  in  die  Reisekasse  geworfen
werden,  den  ich  vorsichtigerweise  bei  mir  führte,  und  wir  begnügen
  uns  einstweilen  mit  Vaters  plattirten  Leuchtern  und  Theekessel.
  Die  ganze  Reise  ist  indeß  doch  wohlfeiler  gewesen,  als  ich  sie
vorher  veranschlagt  haben  würde;  ungefähr  gegen  soo  Th.,  wobei
  Johanna  noch  für  mindestens  50  Th.  Sachen  gekauft  hat.
WMeine  Schwiegermutter  bleibt  noch  einige  Wochen  hier,  ich  werde
also  ihr  Unterfutter  genau  kennen  lernen;  es  scheint  aber  nicht  so
bös  zu  sein,  wie  Sprichwörter  1)  behaupten.  Sie  hat  in  der

1)  Schwiegermutter  —  Teufels  Unterfutter.

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