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Schönhausen  26.  Aug.  48.
liebe  Malle

Herzlichen  Dank  für  Deinen  theilnahmvollen  Brief!),  der  Johanna
  recht  wohl  gethan  hat.  Sie  befindet  sich  in  der  Sauptsache
  gut;  nur  hat  sie  einen  Susten  mit  in  das  Wochenbett  genommen,
  der  sie  sehr  quält,  Morgens  und  Abends.  Außerdem
will  das  eigensinnige  kleine  Wesen  durchaus  die  Brust  nicht
bei  ihr  annehmen,  soviel  wir  uns  auch  damit  quälen;  bei  einer
andern  Frau  im  Dorf,  die  seit  3  Monaten  Wutter  ist,  that  sie
es  gleich,  und  sehr  energisch.  .  .  .  Dein  Anerbieten  herzukommen,
würde  ich  sofort  mit  vielem  Dank  angenommen  haben,  wenn  nicht
schon  die  Gartefrau?)  in  Derbindung  mit  den  biesigen  Damen
mit  Rath  und  That  leisteten,  was  geschehn  muß,  und  Johanna
jetzt  von  Dir  garnichts  haben  würde.  Es  ist  uns  beiden  daher
lieber  und  wir  bitten  Dich  sehr  darum,  daß  Du  uns  Ende  der
kommenden  Woche,  vielleicht  Donnerstag,  Frleitag]  odler]  Sonnabend
  besuchst,  wo  sich  J.  hoffentlich  etwas  mehr  regen  und
so  Deiner  Gesellschaft  froh  werden  kann;  zugleich  würdest  Du
dann  der  mehr  lprischen  als  practischen  Anschauungs=  und  Handlungsweise
  meiner  Schwiegermutter,  die  bis  Montag  oder  Dienstag
  vermuthlich  eintrifft,  ein  verständiges  Gegengewicht  halten,

1)  Jur  Geburt  der  ersten  Tochter  Marie  Elisabeth  Johanna  (21.  August),
seit  ö.  Nov.  137s  vermählt  mit  Graf  Cuno  zu  Nantzau.

9  Frau  Boldt,  vgl.  Brief  Bismarcks  an  Herrn  v.  Huttkamer  vom  21./22.
August  1445,  Bismarcke  Briefe  an  Braut  und  Gattin  4.  Aufl.  (beraueg.  von

Horst  RNohl,  1914)  S.  102.
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