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Schönhausen  4.  7.  bo.
Liebe  Malle

gestern  kam  ein  Brief  von  Oscar,  nach  welchem  er  morgen
auch  in  Berlin  sein,  aber  erst  am  Donnerstag  heimkehren  wird;
es  thut  mir  sehr  leid,  daß  auf  diese  Weise  Eure  Pferde  2  Tage
hinter  einander  in  Athem  gehalten  werden,  denn  Oscar  wird  nicht
am  Mittwoch  reisen  können,  und  für  uns  wäre  es  übel,  1  /2  Tage
ohne  die  mindeste  Veranlassung  zu  Geschäften  oder  sonst  etwas
in  Berlin  zu  bleiben.  Auch  möchten  wir,  mit  Kindern  und
Mãagden,  Oscar,  Johanna  und  ich  doch  nicht  in  Einen  Wagen
gehn.  Ich  bleibe  daher,  und  deshalb  schreibe  ich  Dir  hauptsächlich,
  bei  meinem  vorigen  Brief,  wonach  wir  Mittwoch  nach
Angermünde  kommen  und  in  Gerswalde  Pferde  finden,  es  sei
denn,  daß  Ihr  es  selbständig  anders  arrangirt  habt,  dann  ist
es  auch  gut,  und  ich  werde  es  von  Oscar  erfahren;  ich  mag
nichts  Neues  vorschlagen,  sonst  geräth  es  bei  der  Rürze  der
Zeit  mit  den  Pferden  in  Confusion.  Eigentlich  giebt  mir  diese
Reise,  das)  sehe  ich,  je  näher  desto  mehr  ein,  eine  Anwartschaft
auf  das  neue  Irrenhaus  oder  wenigstens  auf  Zeitlebens  zweite
Kammer.  Ich  sehe  mich  schon  mit  den  Kindern  auf  dem  Genthiner
Perron,  dann  beide  im  Wagen  ihre  Bedürfnisse  rücksichtslos
und  übelriechend  befriedigend,  nasenrümpfende  Gesellschaft,  Johanna
  genirt  sich,  dem  Jungen  die  Brust  zu  geben,  und  er
brüllt  sich  blau,  dann  Legitimationsgedränge,  Wirtshaus,  mit
beiden  Brüllaffen  auf  dem  Stettiner  Bahnhof,  und  in  Angermünde
  1  Stunde  auf  die  Pferde  warten,  umpacken;  und  wie
kommen  wir  von  Kröchlendorf  nach  Külz?  wenn  wir  in  Stettin
die  Nacht  bleiben  müßten,  das  wäre  schauderhaft;  ich  habe  das
im  vorigen  Jahr  mit  Marie  und  ihrem  Schreien  durchgemacht.
Ich  war  gestern  so  verzweifelt  über  alle  diese  Aussichten,  daß  ich

*)  Original:  daß.

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