zo.
[Srankfurt  6.  Febr.  1352)]1)
Geliebteste  aller  Mallen

Mitten  zwischen  Flotte  und  Bundes-Preßgesetz  bereite  ich  mir
den  Genuß,  mir  Oeine  geschmackvolle  Erscheinung  auf  einige
Momente  zu  vergegenwärtigen;  ich  thue  das  öfter  aus  Hang
zu  Dergnügungen,  diesmal  aber,  um  Oir  die  Gräfin  Pralormo
nebst  Gatten,  welcher  Letztre  sich  in  der  amtlichen  Eigenschaft
eines  Sardiniers  nach  Berlin  begiebt,  ans  Herz  zu  legen.  Willst
Du  Oich  dieser  Dame  in  gesellschaftlicher  Beziehung  annehmen,
so  werde  ich  Dir  sehr  dankbar  sein;  das  bin  ich  freilich  ohnehin
schon;  aber  Du  wirst  auch  in  der  Tugend  selbst  Deine  Belohnung
finden,  indem  Du  an  der  Empfohlenen  eine  liebenswürdige  und
g'scheite  §rau  kennen  lernst.

Ich  hoffe  einige  Tage  nach  dem  Jo.  Deine  ausgezeuchnet?)
schmale  HSand  zu  küssen.  Meinen  Freund  Thun,  der  in  meiner  Abwesenheit
  bedenklich  heiter  geworden  war,  habe  ich  gleich  in  der
ersten  Sitzung  wieder  ins  Bett  geärgert,  welches  er  nur  ausnahmsweise
  wieder  verließ;  gestern  babe  ich  ihm  gegeben,  nun
liegt  er  fest  und  wird  sich  wohl  erst  nach  dem  10.  vollständig
erholen.  Diele  Grüße  an  Oecar.  Pralormo  spielt  auch  Whist  in
Gesellschaften.  Dein  treuer  Bruder

v.  B.

Sollte  Bernhard  vorhanden  sein,  so  grüße  ihn  auch,  sonst  nicht.
An  Srau  von  Arnim  geb.  von  Bismarck

D.  G.  Berlin
Pariser  Plag  ##

1)  Der  undatierte  Brief  läßt  sich  mit  Genauigkeit  vom  .  Februar  1452
datieren,  vgl.  den  Brief  Biemarcks  an  General  leopold  v.  Gerlach  vom
gleichen  Tage  (Ausgabe  von  Horst  Rohl  S.  19  f..  Die  Sitzung  des  Bundestage,
  infolge  deren  sich  Graf  Thun  als  an  Grippe  krank  meldete,  sand  am
5.  Kebruar  statt.  —  Graf  Friedrich  von  Thun-Hobenstein,  geb.  7.  Mai  3310,
gest.  24.  Sept.  1743.

*)  Nach  ssterreichischer  Aussprache  geschrieben.

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