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Reinfeld  16.  Oct.  bo.
Geliebte  Malle

es  ist,  als  sollte  ich  garnicht  bis  Rröchlendorf  gelangen.  Harry)
wird  Dir  wohl  erzählt  haben,  in  welcher  Weise  ich  es  beabsichtigte.
  Ich  wäre  schon  bei  Dir,  aber  in  voriger  Woche  wurde
meine  arme  kleine  Marie  von  einer  ziemlich  bösen  Art  Pocken
befallen,  und  da  konnte  ich  Johanna  nicht  gut  verlassen,  ehe
man  sah,  wie  es  sich  gestaltete.  Sie  ist  noch  bunt  wie  eine  Forelle,
aber  decidirt  in  der  Besserung.  Nun  wollte  ich  heut  direct  nach
Passow  fliegen,  erhielt  aber  gestern  ein  Schreiben  von  Grlaf]
Bülow?),  wodurch  mir  Prslin]z  Schnapsens  ältrer  Bruder  3)  den
Wunsch  ausdrücken  läßt,  mich  am  18.  in  Ornshagen  )  bei  Höchst
seinem  Minister  zu  treffen.  Als  Diplomat  kann  ich  es  nicht  ablehnen,
  unserm  treusten  Bundesgenossen  und  einem  der  olpmpischen
  Götter  des  Frankfurter  Heidenthums  meine  Aufwartung
zu  machen.  Bekomme  ich  nun  inzwischen  kein  WMahnschreiben
von  Fra  Diavolo,  so  boffe  ich  doch  noch  am  19.  in  Oeinen
schwesterlichen  Armen  zu  ruhn.  Komme  ich  den  18.  Abends
schon  von  Ornehagen  fort,  so  fahre  ich  mit  dem  Frühzug  aus
Stettin;  kann  ich  erst  den  19.  früh  aufbrechen,  so  boffe  ich  doch
zum  12  Uhr-Jug  Stettin  zu  erreichen,  wenn  die  Hostillone  irgend
in  Trab  zu  setzen  sind.  Warte  aber  mit  keiner  Mahlzeit  auf  mich.

Johanna  grüßt  berzlich.  Dein  treuer  Bruder

v.  B.
An  Srau  von  Arnim,  geb.  von  Bismarck  Aufgabestempel:  Schlawe
16.  /  10.
Sochwohlgeboren  1
fr.  Bröchlendorf  bei  Prenzlau  Arunfestempel:  N  21

)  von  Arnim  aus  dem  Lause  Suckow,  geb.  3.  Okt.  1224,  gest.  19.  Mai  1211.
Mecklenburgischer  Minister  des  Auswärtigen.

„:)  D.  b.  der  Großberzog  Friedrich  Franz  II.  von  mMedlenburg-Schwerin.

)  Rittergut  in  Hommern  an  der  Rega.

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