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Frankfurt  20.  Hov.  ö60.
Meine  geliebte  Malle

Bernhard  wird  Dir  erzählt  haben,  durch  welche  unerwartete
Herkettung  von  KLinderkrankheit  und  Röniglichen  Befehlen  ich
in  meinen  Feitberechnungen  derangirt  wurde,  und  wie  Schnapsens
ältrer  Bruder  Spiritus  1),  der  für  mich  ein  Gegenstand  dienstlicher
Rücksichten  ist,  noch  meine  freie  Feit  verkür  zte,  wie  es  also  kam,
daß  ich  wenige  Stunden  vor  unfrer  gemeinschaftlich  beabsichtigten
Fabrt  nach  Kröchlendorf  dem  männlichen  wie  dem  weiblichen
Bernhard  erklären  mußte,  daß  ich  sie  nur  bis  Dassow  begleiten
könne.  Am  besagten  ukermärkischen  Gränzorte  traf  ich  mit  Raumer-Greifswald
  zusammen,  und  in  Angermünde  stieß  der  Herr  der
Grafsschaft  Boitgenburg  zu  uns,  so  daß  ich  nach  meiner  ländlichen
Sarmlosigkeit  von  5  Monaten  in  genügender  Weise  durch  ministeriale
  Gespräche  und  3  stündige  Tigarrenlosigkeit  auf  die  Berliner
ISwangsfacke  vorbereitet  wurde.  Es  war,  als  sollte  ich  nicht  nach
RKröchlendorfj  ich  hatte  vollständig  Feit  und  die  Absicht  dazu,  nach
Beendigung  der  Berliner  Dermählungefeste  2),  und  nur  nach  Besprechung
  mit  Harrs  entschied  ich  mich,  erst  nach  Reinfeld  und
auf  dem  Rückwege  zu  Dir  zu  kommen,  um  etwa  s  Tage  mit
ihm  da  zu  bleiben,  weil  er  erst  im  October  auf  Urlaub  konnte,
und  unsre  Abrede  war,  daß  ich  etwa  am  15.  kommen  und  circa
den  22.  mit  ihm  nach  Berlin  zurückkehren  würde.  Nun  wurde
am  11.  meine  Kleine  krank,  und  Anfangs  ängstlich,  dann  fiel  mir

1)  Siehe  oben  Trr.  34.

*)  Am  10.  Sept.  14356  hatte  in  Berlin  die  VDermählung  der  Hrinzessin
tuise,  Tochter  des  Hrinzen  Wilbelm  von  Hreußen,  mit  dem  Großherzog  SFriedrich
  von  Baden  stattgefunden.

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