40.

Frankfurt  3.  1.  58.
Geliebte  Malle

berzlichen  Dank  für  Deine  guten  und  schnellen  Besorgungen;
alles  war  nach  Gunsch,  die  Opale  sind  besonders  schön  und
nach  biesigen  Hreisen  wohlfeil;  für  einen  einzelnen  Stein,  kleiner
  und  sonst  nicht  besser  als  die  0  größern  auf  der  Broche,  wurde
mir  35  fl.  als  Dreis  genannt.  Das  Fest  war  recht  froh,  jetzt
aber  liegen  wieder  Marie  an  Grippe  und  Bill  an  Nheumatiemus
im  Knie;  Johanna  ist  auch  nicht  sehr  wohl,  an  Augen,  Ropf
und  verstauchtem  Rnöchel,  und  ich  bin  von  den  grippigen  Zuständen
  und  den  diners,  gegen  die  mein  Magen  mühsam  ankämpft,
  in  die  Mitte  genommen.  Ju  Weibhnachten  bat  mir  Jobanna
  eine  Rette  mit  allen  möglichen  kleinen  Orden  daran  geschenkt;
  es  ist  äußerst  niedlich,  aber  mir  etwas  genant  (80),
immer  das  ganze  Sandwerkszeug  an  mir  zu  tragen;  ich  muß
schon,  denn  Johanna  hat  sich  halb  ruinirt  mit  diesem  theuren
Schmuck  meines  Knopflochs,  und  es  würde  sie  sehr  schmerzen,
wenn  sie  merkte,  daß  es  nicht  ganz  mein  geheimräthliches  Ideal
ist.  Wentzel!)  hat  sie  dazu  verführt.

Nach  ungefährem  Ueberschlag  bin  ich  mit  etwa  290  Uh.  in
Deiner  Schuld.  Ich  schicke  hierbei  581,  indem  ich  Dich  bitte,  die
beiden  anliegenden  Rechnungen  noch  zu  bezahlen,  und  dabei  Herrn
Salomon  zu  sagen,  wenn  er  nicht  den  üblichen  Tredit  bis  zum
Anfang  eines  neuen  Semesters  geben  könne,  so  möchte  er  künftig

1)  L#egatlonerat  bei  der  preußischen  Bundestagsgesandtschaft.
“  .