wird,  ob  man  in  einem  eben  mit  Mühe  und  KRosten  neu  eingerichteten
  Hause  bleiben  wird.  Sie  kam  mit  dem  Glauben  hier
an,  daß  ich  den  Abschied  sofort  nehmen  würde.  Ich  weiß  nicht,
ob  man  ihn  mir  nicht  ungefordert  giebt,  oder  mich  so  versetzt,
daß  ich  ihn  Anstands  halber  nehmen  muß.  Bevor  ich  es  aber
freiwillig  thue,  will  ich  doch  erst  abwarten,  daß  das  Ministerium
Farbe  zeigt.

Wenn  die  Herrn  die  Fühlung  der  conservativen  Partei  behalten,
  sich  aufrichtig  um  Verständigung  und  Frieden  im  Innern
bemühn,  so  können  sie  in  unsern  auswärtigen  Verhältnissen
einen  unzweifelhaften  Vorzug  vor  Manteuffel  haben,  und  das
ist  mir  viel  werth;  denn  wir  „waren  heruntergekommen  und
wußten  selber  nicht  wie“  4).  Das  fühlte  ich  hier  am  empfindlichsten.
  Ich  denke  mir,  daß  man  den  FSürsten  von  Slohenzollern]
grade  deshalb  an  die  Spitze  gestellt  hat,  um  eine  Garantie  gegen
reine  Dartei-Regirung  und  gegen  Rutschen  nach  links  zu  haben.
Jrre  ich  mich  darin,  oder  will  man  über  mich  lediglich  aus
Gefälligkeit  für  Stellenjäger  disponiren,  so  werde  ich  mich  unter
die  Kanonen  von  Schönhausen  zurückziehn  und  zusehn,  wie  man
in  Hreußen  auf  linke  Masjoritäten  gestützt  regirt,  mich  auch  im
Herrnhause  bestreben,  meine  Schuldigkeit  zu  thun.  Abwechslung
ist  die  Seele  des  1ebens,  und  hoffentlich  werde  ich  mich  um
10  Jahr  verjüngt  fühlen,  wenn  ich  mich  wieder  in  derselben
Gefechtsposition  befinde  wie  438—49.  Wenn  ich  die  Nollen  des
Gentleman  und  des  Diplomaten  nicht  mehr  mit  einander  verträglich
  finde,  so  wird  mich  das  Vergnügen  oder  die  Last,  ein
hohes  Gehalt  mit  Anstand  zu  depensiren,  keine  Minute  in  der  Wahl
beirren.  Fu  leben  habe  ich,  nach  meinen  Bedürfnissen,  und  wenn
mir  Gott  Frau  und  KRind  gesund  erhält,  wie  bisher,  so  sage  ich
.  vogue  la  galère“,  in  welchem  Fabrwasser  es  auch  sein  mag.
Nach  30  Jahren  wird  es  mir  wohl  gleichgültig  sein,  ob  ich

Vgl.  Goethe,  Schäfers  Klagelied.
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