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Frankfurt  10.  Dec.  ös.
Geliebteste  Malle

Du  bast  richtig  vorausgesehn  in  Deinem  Briefe  an  Johanna,
daß  Oeine  Güte  noch  für  eine  Weihnachtskommission  in  Anspruch
  genommen  werden  würde.  Ich  möchte  Johanna  ein  Armband
  schenken;  die  Gattung,  die  mir  vorschwebt,  ist  breit,  platt,
panzerartig,  biegsam,  aus  schachbrettartig  zusammengefügten  kleinen
  viereckigen  Goldstücken  bestehend,  ohne  Juwelen,  reines
Gold,  so  schwer,  wie  es  für  etwa  200  Th.  zu  haben  ist.  Findest
Du  eine  andre  Form,  die  Oir  besser  gefällt,  so  habe  ich  alles  Zutrauen
  auf  Deinen  Geschmack.  Was  grade  Mode  ist,  bat  um
deshalb  für  mich  nicht  den  Dorzug;  man  behält  dergleichen
doch  länger,  als  die  Mode  dauert.  Es  giebt  hier  derartige  Armbänder
  genug;  aber  bei  Silbersachen  wenigstens  habe  ich  mich
überzeugt,  daß  man  hier  für  fagon  doppelt  soviel  nimmt  als  in
Berlin,  und  mit  dem  Gold  wird  es  ähnlich  sein.  Sei  so  gut  und
laß  es  an  „Sofrath  Kelchner,  Hreuß.  Gesandschaft“  adressiren,
mit  eingelegter  Zuschrift  an  mich,  sonst  denkt  der  alte  Herr,  daß
es  eine  kleine  Aufmerksamkeit  für  ihn  ist.

Johanna  wird  Oir  geschrieben  baben,  wie  wir  KRinderkrankheiten
  durchmachten,  und  mir  steckt  seit  ochen  Erkältung  und
Wagenkatarrh  im  leibe;  ich  weiß  nicht,  ob  viel  oder  wenig  schlafen,
  Diät  oder  Unmäßigkeit,  Stubensitzen  oder  Jagd  mir  helfen
oder  schaden,  ich  wechsle  mit  alle  dem  aus  Gesundbeitsrücksichten
ab.  Ueber  meine  Oersetzung  oder  SEntlassung  ist  wieder  alles
still;  eine  Feitlang  schien  mir  Hetersburg  sicher,  und  ich  hatte  mich
mit  dem  Gedanken  so  vertraut  gemacht,  daß  ich  eigentlich  Ent-6#t

