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Frankfurt  6.  Febr.  59.
L(ieber  Oscar

Die  Olpmpischen  Fragen  1)  sind  nicht  so  leicht  zu  beantworten.
Ich  kam  grade  am  letzten  Tage,  wo  ich  noch  kündigen  konnte,
bier  an,  und  meine  WMiethe  läuft  nun  am  z.  Mai  ab.  Seit  Empfang
  Deines  Briefes  habe  ich  5  Dersuche  gemacht,  meinen  Sauswirth
  2)  anzutreffen,  aber  alle  vergeblich;  er  ist  mit  mehren
Wiethern  in  Unterhandlung,  und  wenn  ich  mich  da  plump  bineinmische,
  ohne  bestimmt  zu  wissen  und  sagen  zu  können,  daß
Ulsedom!]  das  Haus  nimmt,  so  hat  das  weiter  keinen  Erfolg
als  die  Steigerung  der  Miethsforderung  und  ein  Auctioniren
unter  den  Bewerbern.  Versagt  ist  das  Haus  wahrscheinlich  noch
nicht,  sonst  würde  der  bourgeois  nicht  vermeiden,  mich  zu  sehn.
Ich  babe  ihn  heut  schriftlich  um  eine  Unterredung  ersucht.  Meine
Familie  wird  das  Haus  wohl  nicht  vor  dem  1.  Mai  räumen.
Usedoms  werden  vielleicht  nicht  so  lange  im  Gasthof  wohnen
wollen,  aber  ein  interimistisches  Duartier  wüßte  ich  ihnen  für
setzt  nicht  nachzuweisen,  es  sei  denn  für  U.  allein  als  garcon.
Caß  die  beef-geschwollne  Olpmpia  nur  berkommen  und  sich  die
Sache  selbst  ansehn,  obschon  Johanna  sie  empfangen  wird  comme
un  chien  (plutöt  chienne)  dans  un  jeu  de  dquilles.

Gelingt  es  mir  morgen  zu  erfahren,  ob  das  Saue  noch  unvermiethet
  ist,  so  werde  ich  schreiben.  Möbel  habe  ich  jedenfalls
eine  ziemliche  Anzahl  zu  verkaufen;  ob  ich  aber  beispielsweise
die  RKüchenbatterie  hier  lasse  oder  nach  Pletersburg]  mitnehme,
darüber  warte  ich  erst  auf  Nachricht  von  Werthers),  an  den  ich

1)  D.  h.  die  Fragen,  die  Frau  v.  Usedom  durch  Herrn  v.  Arnim  an  Bismarck
  hatte  stellen  lassen.

6#)  Seufferheldt.

:2)  Rarl  Freiherr  v.  erther,  damale  Gesandter  in  Petersburg,  geb.  33.  Jan.
1309,  gest.  2.  Febr.  1294.

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