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Peterhof  29.  Juni  1269.
Mein  geliebtes  Schwesterherz

ich  hatte  Dir  mit  dem  Hostschiff  wom  25.  meinen  Glückwunsch
in  ein  Daar  Hantoffel  gesteckt  schicken  wollen,  Du  hättest  ihn
dann  grade  heut  erhalten;  aber  ich  habe  in  der  vorigen  Woche
auch  nicht  einmal  das  thun  können,  so  lag  ich  erschlagen  auf
dem  Rücken.  Ich  bin  schon  seit  dem  Januar  in  Berlin  nie  wieder
recht  gesund  gewesen,  und  Aerger,  Klima  und  Erkältung  trieben
ein  ursprünglich  unscheinbares  Gliederreißen  vor  etwa  10  Tagen  auf
die  Höhe,  daß  mir  der  übliche  Athem  nicht  mehr  auereichend  zufloß
  und  nur  unter  sehr  schmerzhaften  Anstrengungen  einzuziehn
war.  Das  Uebel,  rheumatisch-gastrisch-nerwös,  hatte  sich  in  der
Lebergegend  eingemiethet  und  wurde  mit  massenhaften  Schröpfköpfen
  wie  Untertassen  und  spanischen  Sliegen  und  Senf  über
den  ganzen  Lleib  bekämpft,  bis  es  mir  gelang,  nachdem  ich  schon
balb  für  eine  bessere  Gelt  gewonnen  war,  die  Aerzte  zu  überzeugen,
  daß  meine  Uerven  durch  s  jährigen  ununterbrochenen
Nerger  und  stete  Aufregung  geschwächt  wären,  und  weitres  Blutabzapfen
  mich  muthmaßlich  tephös  oder  blödsinnig  machen
würde.  Gestern  vor  3  Tagen  wars  am  Schlimmsten;  meine
gute  Matur  bat  sich  aber  rasch  geholfen,  seit  man  mir  Sect  in
mäßigen  Quantitäten  verordnet  hat.  Ich  bin  gestern  hierher
gefahren  (meine  erste  Ausfahrt),  um  von  der  alten  Raiserin  Abschied
  zu  nehmen,  die  für  mich  die  Güte  selbst  ist,  und  auf  ihren
Wunsch  bin  ich  bis  zu  ihrer  Abfahrt,  die  heut  um  Wittag  stattfinden
  wird,  hier  geblieben,  um  mich  nach  allen  Leiden  an  Grün
und  Wasser=  und  Landluft  zu  erfreun.  Schreibe  über  diese

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