schlafe  ich  in  Reddentin  3),  und  den  27.  früh  fahre  ich  nach  Reinfeld,
  sonst  kratzt  mir  Johanna  die  Augen  aus,  es  ist  ihres  Daters
Geburtstag  und  die  Dferde  schon  bestellt.  Wenn  ich  glaubte,
daß  dieser  Brief  rechtzeitig  in  Deine  Hände  gelangt,  so  würde
ich  versuchen,  Such  zur  Witfahrt  nach  Aleinfeld]  zu  bereden;
aber  Ihr  werdet  reisemüde  sein.  Ich  habe  mich,  besonders  die
14  Tlagel  in  Baden  sehr  erholt,  das  linke  Bein  ist  noch  schwach,
wird  vom  Gehn  dick,  die  Nerven  von  der  Jodvergiftung  noch
nicht  erholt,  ich  schlafe  noch  schlecht,  und  nach  den  vielen  leuten
und  Dingen,  die  ich  heut  ge=  und  besprochen  habe,  bin  ich  matt
und  erbittert,  ich  weiß  nicht  worauf;  aber  ich  habe  doch  wieder
andre  Weltanschauungen  wie  vor  Wochen,  wo  wir  am  Weiterleben
  wenig  gelegen  war,  und  die  Leute,  die  mich  damals  hier
gesehn  haben,  sagen,  daß  sie  nicht  geglaubt  hätten,  dieses  Vergnügen
  heut  noch  zu  haben  4).  Alle  Dreußischen  Gesandten  sterben
  oder  werden  wahnsinnig,  sagt  mir  Balan5)  heut  mit  einem
Aussehn,  welches  die  Gahrheit  seiner  Worte  bekräftigt.  Andre
Menschen  aber  auch.  Ich  denke  in  Reinfeld  14  Tage  zu  bleiben,
dann  nach  Horden  aufzubrechen.  #öglich  ist,  daß  man  mich
nach  Herkunft  des  Regenten  nochmals  bierber  citirt,  und  vielleicht
  wird  meine  Reise  durch  die  des  RKaisers  Allexander]6)  noch
weiter  verzögert.  Winterreise  wird  es  doch,  so  wie  so,  in  Hetersburg
  haben  sie  schon  Schnee  und  2  Grad  Frost.  Ich  kann  mir
nicht  einmal  einen  andern  Hosten  wünschen,  da  ich  nach  ärztlicher
  Dorschrift  faul  sein  soll;  das  gebt  nur  in  Hetersburg,
wenn  ich  nicht  ganz  auescheiden  will.  Ich  werde  mich  in  den
Bärenpelz  wickeln  und  einschneien  lassen  und  sehn,  was  nächsten
WMai  beim  Thauwetter  von  mir  und  den  Weinigen  übrig  ge-*)

  Gut  der  Familie  von  Below.

*)  Dgl.  Gedanken  und  Erinnerungen,  Neue  Ausgabe,  Bd.  1  2607  ff.

5)  Hermann  tudwig  von  Balan,  geb.  7.  Wärz  1512,  gest.  o.  Maärz  1774,
damals  Wirkl.  Geh.  Legationsrat  im  Auswärtigen  Winisterium.

6)  Nach  Breslau  zur  Begegnung  mit  dem  Hrinzregenten  Wilhelm.

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