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Berlin  14.  10.7)  59.
Mein  geliebtes  Herz

verzeih,  daß  ich  auf  Deinen  Brief  noch  nicht  geantwortet  habe;
ich  glaubte  noch  einige  Tage  in  Reinfeld  bleiben  zu  können,  wurde
aber  vorgestern  plötzlich  telegraphisch  citirt.  Sonst  fuhr  man
in  28  Stunden  hierher,  seit  die  Eisenbahn  eröffnet  ist,  braucht
man  32,  und  steht  um  4  Uhr  auf.  Ich  bin  eben,  o  Uhr,  wieder  angelangt,
  habe  mich  satt  gegessen  und  will  nun  schlafen.  Morgen
ganz  früh  soll  ich  den  Regenten  auf  dem  Bahnhof  empfangen,  wahrscheinlich
  mit  nach  Hotsdam,  um  noch  Briefe  und  Aufträge  entgegenzunehmen,
  morgen  A#bend  nach  Warschau.  Mit  dem  Kaiser
werde  ich  wohl  nach  Breslau  zurück;  von  dort  wieder  hierher;
vielleicht  können  wir  uns  dann  endlich  auf  einen  Tag  sehn.  Seut
trifft  in  Tauroggen  ein  14  sitziger  Wagen  für  mich  ein,  wie  lange
er  dort  auf  mich  warten  wird,  weiß  der  Simmel,  dieses  vagabondiren
  in  herbstlicher  Kälte  mit  winterlichem  Fiel  ist  nicht
sehr  lustig.

Oecars  Geldsachen  zu  Ostern  werde  ich  pünktlich  besorgen;
wenn  die  Einrichtung  in  Hletersburgl  nicht  wäre,  so  könnte  ich
ihm  vielleicht  mehr  leisten,  aber  es  ist  nicht  zu  glauben,  wie
das  frißt.

Leb  wohl,  mein  Herz,  grüße  O.  und  die  Kinder  von  Deinem
sehr  müden  Bruder

v.  B.

)  Original:  9.

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