Eure  grünen  Saaten  erfüllen  mich  mit  einigem  Mreide;  hier
schneit  es  augenblicklich  so,  daß  ich  die  Häuser  gegenüber  kaum
sehe,  die  allerdings  etwa  boo  Schritt  entfernt  sind.  Auf  der
zwischenliegenden  Newa  fahren  noch  Schlitten,  und  der  Thermlometer]
  zeigte  gestern  —  ,  heut  2.  Der  rothe  [Adlerorden]  mit
Degen  für  Perpsoncher]1)  ist  hoffentlich  Scherz?  Hier  am  Hofe
ist  des  Hohnes  über  die  bombenscheuen  Diplomaten  noch  heut  kein
Ende,  und  Wolchonsky,  der  russische  Perploncher]?)  ist  für  Lebenszeit
  in  Ungnade;  seine  Connexionen,  besonders  Gortschakow,  haben
mit  Mühe  bintertrieben,  daß  er,  wie  der  Kaiser  und  besonders  die
Raiserin  wollte,  cassirt  wurde.  Die  nähern  Umstände  mögen  der
Art  sein,  daß  die  Herrn  von  Gaeta  entschuldigt  sind,  aber  der
Schein  ist  gegen  sie,  und  man  würde  hier  eher  eine  Schneiderscheere
  als  Schwerter  an  Golchonsky's  Orden  hängen.  à  propos
von  Schneider,  mit  Lon  ist  hier  auch  nichts  aufzustellen;  wenn  ich
ihm  zumüuthe,  seine  Gelegenbeiten,  den  KRaiser  zu  sprechen,  politisch
  nutzbar  zu  machen,  so  fürchtet  er  seine  „Stellung“  zu  compromittiren.
  Es  giebt  hier  5  feiste  und  gesprächige  Sofdamen
von  mittlern  Jahren,  die  alle  Barteniew  heißen,  und  der  Russe,
fest  überzeugt,  k.  unter  die  Hof  damen  zählen  zu  müssen,  nennt
ihn  Barteniewm  VI.

Ich  muß  plötzlich  enden,  Sof  und  Dienst,  leb  wohl.
Dein
v.  B.

1)  Graf  Wilhelm  von  Herponcher-Sedlnitzkv,  geb.  17.  Juli  1819,  gest.
24.  Juni  12393.

*)  Derponcher  und  Wolchonekr  waren  damale  beim  Rönige  von  Neapel
beglaubigt.  Man  zürnte  Wolchonskv,  weil  er  sich  nicht  energisch  genug  der
Rapitulation  vor  dem  revolutionären  König  von  Sardinien  widersetzt  hatte,
an  welchen  Rönig  Franz  II.  am  13.  §ebruar  1806]  hatte  Gaeta  übergeben  mössen.

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