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Petersburg  17/5  Jan.  67.
Mein  geliebtes  Schwesterherz

ich  wollte  gestern  Abend  auf  die  Jagd  fahren,  etwa  15  Meilen
von  hier  auf  der  Straße  nach  Narva,  wo  meiner  einige  von  mir
bereits  käuflich  acquirirte  wilde  Dierfüßler  warten;  ich  hatte
deshalb  in  bastiger  Sile  alles  geschrieben,  was  der  heutige  Courier
mitnehmen  sollte,  die  brüderliche  Liebe  aber  war  dabei  zu  kurz
gekommen.  Nun  wurde  es  wieder  so  kalt,  daß  die  nächtliche
Schlittenfahrt  für  meine  Nase  bedenklich  und  die  Jagd  für  die
Treiber  grausam  gewesen  wäre.  Ich  habe  sie  also  aufgegeben  und
Seit  gewonnen,  Dir  einige  liebende  Gorte  zu  sagen,  besondere
Dir  für  Deine  vortrefflichen  Besorgungen  und  Briefe  zu  danken.
Das  Kleid  bat  allseitig  den  vollsten  Beifall,  und  auch  in  der
kleinen  Brosche  hat  sich  Dein  guter  Geschmack  bewährt.  Weihnachten
  ist  mit  Gottes  Gnade  still  und  zufrieden  von  uns  begangen,
  und  Marie  in  erfreulichem  Fortschritt.  Es  wäre  daher
undankbar,  über  die  Rälte  zu  klagen,  die  mit  einer  auch  für  Rußland
ungewöhnlichen  Beharrlichkeit  den  Stand  von  12  bie  28  Grad
festbält,  was  für  das  kleine  Gebirge  im  Südwesten  von  bier,
wo  ich  meist  jage,  etwa  22  bie  32  ergiebt.  Seit  14  Tagen  keine
Stunde  unter  183.  Sonst  ist  es  selten  länger  als  30  Stunden
binter  einander  über  20.  Die  Säuser  frieren  so  durch,  daß  keine
Seizung  mehr  bilft.  HSeut  24  Gr.  bier  am  Fenster,  helle  Sonne,
blauer  Simmel.  Du  schreibst  in  Deinem  letzten  von  indiscreten
Reden,  die  S.  in  Berlin  geführt  hat.  Tact  hat  er  nicht  und  wird
er  nie  haben;  für  absichtlich  feindlich  gegen  mich  halte  ich  ihn
nicht.  Es  passirt  hier  auch  nichts,  was  nicht  jeder  wissen  könnte.

9  Briefe  Biomarcks  an  Schwester  und  Schwager  129