Rlima  und  Kindergesundheit  nicht  wären,  so  bliebe  ich  zweifellos
am  liebsten  hier.  Bern  ist  auch  eine  fixe  Idee  von  mir,  langweilige
  Orte  mit  hübscher  Gegend  ist  für  alte  Leute  entsprechend;
mir  fehlt  dort  alle  Jagd,  da  ich  Klettern  nach  Gemsen  nicht
liebe.  Hier  ist  jetzt  Fastenstille  nach  der  tollen  Woche,  die  täglich
  Bälle  brachte;  politisch  ist  auch  nichts  los,  einige  Heigung,
Italien  anzuerkennen,  weil  der  Dapst  in  Holen  nicht  thun  will,
was  er  soll,  und  einige  Derhaftungen  im  Innern  wegen  Constitutions-Hetitionen
  der  Adelversammlungen,  mehr  wegen  grober
Stplistik  als  wegen  des  liberalen  Inhalts.  Die  WMependorftf]1)
arbeitet  in  ultramontan-polnischen  Umtrieben,  Thun?)  steht  ihr
bei,  soviel  er  darf,  der  Engländer  8)  stellt  ethnographische  Beobachtungen
  an,  die  man  zu  geflissentlich  und  spionirend  findet,
und  Ossunat)  spielt  Seirathskandidat  alter  Sräuleins.  Als  er
kam,  galt  er  für  verlobt  mit  der  Sepdewitz,  und  widersprach
dem  selbst  nicht.  Oscars  protegirter  Avenarius  und  Bruder  haben
mir  Karten  und  Briefe  gelassen,  sonst  aber  meine  Empfehlung  noch
nicht  in  Anspruch  genommen;  ich  werde  sie  vorkommenden  Falls
mit  Eifer  eintreten  lassen.  Mein  Röderscher  5)  Caviar  bat  unter
den  bedauerlichen  Juständen  dieses  Sofmanns  den  Iweck  verfeblt,
  mir  einen  gründlichen  Rlatschbrief  einzutragen.  Serzliche
Grüße  an  Oscar.
Dein  treuer  Bruder
v.  B.
In  Eile.

1)  Frau  des  Oirektors  im  russischen  Ministerium  des  Auswärtigen  Heter
Meyendorff;  sie  war  die  Schwester  der  Frau  von  Orints  in  Frankfurt  und
des  Grafen  Karl  von  Buol.

9  Graf  Friedrich  von  Thun-Hobenstein,  geb.  7.  Mai  1810,  gest.  24.  September
  144;,  von  1450—17352  österreichischer  Bundestagsgesandter,  war  von
1459—163  österreichischer  Gesandter  in  Petersburg.

3)  Lord  Napier,  der  Hachfolger  von  Sir  John  Crampton.

9  Serzog  v.  O.,  Spaniens  Gesandter  in  Detersburg.

6)  d.  h.  der  an  den  General  Rarl  von  NRöder,  den  Introdukteur  der  Gesandten
  am  B  rliner  Sofe,  gesandte  Raviar.

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