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Biaritz  13.  Oct.  6941).
Meine  geliebte  Malle

Ich  bin  so  glücklich  unbeschäftigt,  daß  ich  einige  Feilen  in  der
Richtung  meiner  Gedanken  entsenden  kann.  Es  geht  mir  wohl,
besonders  seit  ich  gestern  und  heut  endlich  Uachricht  von  Johanna's
  fortschreitender  Besserung  erhalten  habe.  Ich  kam  am
7.  Dormittag  bier  an,  hatte  in  Haris  noch  geheizt,  von  Bordeaur
ab  angenehme  Temperatur,  und  hier  Sitze,  so  daß  die  Sommer--kleidung
  Bedürfnitz  wurde.  Seit  gestern  ist  es  Hordwind  und
kühler,  aber  immer  noch  wärmer,  als  ich  es  den  Sommer  über
erlebt  habe.  Ein  sehr  leichter  Sommerpaletot  wurde  mir  bei
abendlicher  Strandpromenade  zu  beiß.  Bisher  habe  ich  7  Bäder
genommen,  und  fahre  setzt  mit  täglich  zweien  fort.  Ich  schreibe
Dir  bei  offnem  Fenster  mit  flackernden  lichtern,  und  das  mondbeglänzte
  Meer  vor  mir,  dessen  Rauschen  von  dem  Schellengeklingel
  der  Wagen  auf  der  Baponner  Straße  begleitet  ist;  der
leuchtthurm  grade  vor  mir  wechselt  mit  rothem  und  weißem
licht,  über  mir  spielt  Rathsch  ?)  Beethoven,  und  ich  sehe  mit
einigem  Appetit  nach  der  Uhr,  ob  die  Sssenszeit,  7,  noch  nicht
voll  ist.  In  so  behaglichen  Fuständen  habe  ich  mich  klimatisch
und  geschäftlich  lange  nicht  befunden,  und  doch  hat  die  üble  Gewohnheit
  des  Arbeitens  schon  so  tiefe  Murzeln  bei  mir  geschlagen,
  daß  ich  einige  Gewissensunruhbe  über  mein  HMichtsthun
fühle,  fast  Heimweh  nach  der  Wilhelmstraße,  wenigstens  wenn

1)  Dgl.  die  Briefe  an  die  Gattin  4.  Aufl.  No.  445—44.
2)  d.  i.  die  Fürstin  DOrlow,  s.  oben  S.  141  Amm.  2.

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