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Carlsbad  12.  Juli  120b.

Mein  liebes  Schwesterherz

ich  schäme  mich,  daß  ich  Dir  zu  Deinem  Geburtstage  nicht
geschrieben  habe;  aber  es  ist  soviel  Müssen  in  meinem  (eben,
daß  ich  selten  zum  Wollen  komme.  Das  Tretrad  geht  Tag  für
Tag  seinen  Weg,  und  ich  komme  mir  vor  wie  der  müde  Gaul
darauf,  der  es  unter  sich  fortschiebt,  ohne  von  der  Stelle  zu  gelangen.
  Einen  um  den  andern  Tag  kommt  ein  Feldjäger,  einen
um  den  andern  geht  einer,  dazwischen  zusätzliche  von  Wien,
München,  Rom;  die  Hapierlast  mehrt  sich,  die  Minister  sind  versprengt,
  und  ich  muß  von  diesem  Centrum  aus  an  jeden  einzeln
schreiben,  um  ihren  passiven  Widerstand  zu  bewältigen.

Das  WManböver  hoffe  ich  Euch  abzuwenden;  soviel  ich  weiß,  ist
die  directe  Eingabe  noch  garnicht  an  den  Rönig  gelangt;  ich
babe  ihm  die  Sache  aber  gleich  vorgetragen,  und  er  hat  Untersuchung
  der  Futterzustände  von  Mensch  und  Pferd  versprochen.
Ich  werde  morgen  im  Militär-Cabinet  nachfragen,  wie  weit
die  Schreiberei  gediehn  ist.

Eben  erhalte  ich  Oscars  Brief  mit  der  Thieleschen  Quittung;
übers  Jahr  kann  sie  wieder  einkommen;  gewöhnlich  wiederholen
sich  dergleichen  einmal  gegebne  Bewilligungen,  bis  bessere  Versorgung
  eintritt.

Abends  spät,  den  15.  Den  ganzen  Tag  öber  habe  ich  geschrieben,
  dictirt,  gelesen,  den  Berg  herunter  und  wieder  erstiegen
wegen  Vortrag  beim  Rönig.  Nun  schließt  der  Courier-Sack

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