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Varzin  24.1)  Juni  67.
Wein  geliebtes  Herz

Gottes  reichen  Segen  wünsche  ich  Dir  zum  neuen  Jahre,
mögest  Du  immer  älter  werden,  nur  nicht  zu  rasch,  bis  Sibpllchens
Enkel  sich  über  ihre  hübsche  Großmutter  freuen,  was  bald  nach
1900  bequem  der  Fall  sein  kann,  auch  früher.  Ich  bivouaquire  bier
im  wüsten  Hause  mit  wenig  Stüblen  und  schlechten  Betten,  freue
mich  an  schönen  alten  Bäumen,  und  orientire  mich  allmählich
auf  Feld  und  ald.  Ich  könnte  wie  ich  glaube  sehr  lange  so  leben,
ohne  die  Einförmigkeit  zu  beklagen.  Nachbarn  habe  ich  noch
nicht  besucht.  Ich  reite  und  gebe  von  früh,  bis  die  Sonne
untergebt,  in  Wald,  Haide,  Brimm  und  Feld  umher,  mache
Entdeckungen  von  schönen  Bäumen  und  devastirten  Flächen,  im
Ganzen  erstres  doch  mehr,  als  ich  glaubte,  nach  der  liederlichen
Art  biesiger  Holzwirthschaften.  Das  Tintfaß  meide  ich  sorgfaltig,
  amtliche  Schreiben  erhalte  ich  nicht,  ich  babe  nicht  einmal
  Hapier,  schnitt  dieß  von  einem  Briefe  ab,  und  die  Stahlfeder
  ist  mir  bei  dicker  Tinte  doppelt  unbequem,  deßhalb  will  ich
auch,  da  eben  der  Fôörster  mit  dem  Wagen  vorfährt,  schließen  und
sehn,  daß  ich  ohne  Scheere  ein  Couvert  bierfür  zurecht  bringe.
Herzliche  Grüße  an  Oscar  und  MWMarie.

Dein  treuer  Bruder
v.  B.

Bernhard  ..  .  verließ  mich  gestern  früb.

1)  Rorrigiert  aus  27.

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