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Varzin  12.  Oct.  69.
Lieber  Oscar

auf  Deinen  Brief  hatte  ich  das  dringende  Bedürfniß  zu  antworten,
  daß  ich  jedenfalls  zum  30.1)  komme,  aber  er  traf  mich
in  einer  sehr  viel  schlechtern  Gesundheitslage,  als  die  der  letzten
Monate  war.  Ich  hatte  vor  etwa  10  Tagen  einen  Anfall  von
krampfartigen  WMagenschmerzen  mit  Gallenerbrechen,  wie  ich  ihn
seit  Dutbus  ½)  nicht  erlebte.  Die  Ursache  ist  schwer  zu  ermitteln.
Aerger  oder  Erkältung  oder  allgemeine  Abnutzung  der  Waschine,
ich  weiß  es  nicht.  Die  strengste  Diät  und  Enthaltung  von  Allem,
wae  angenehm  zu  trinken  ist,  scheint  die  Schmerzen  zu  beseitigen,
die  mich  eine  Anzahl  von  Flächten  bindurch  arg  plagten,  regelregelmätig
  um  2  Uhr  Hachte  einsetzend.  Aber  ich  komme  dabei
sehr  von  Rräften.  Auf  anbaltendes  ärztliches  Drängen  habe  ich
mich  nun  doch  entschlossen,  Carlsbader  Masser  zu  trinken,  wovon
ich  directe  Uervenstärkung  d.  b.  Arbeitsfähigkeit  meinerseits  auch
nicht  erwarte.  In  dieser  Situation  ist  es  nun  schwer,  mit  Bestimmtheit
  zu  sagen,  was  ich  um  den  30.  her  können  werde.  Was
ich  will  und  wünsche,  ist  jedenfalls  mit  Such  zusammen  das
Schönhauser  Andenken  an  44  zu  feiern,  und  kann  ich  mich  trotz
aller  hHinderlicher  Aspecten  heut  nicht  entschließen  zu  erklären,
daß  ich  nicht  kommen  kann.  Man  hofft  so  gern  Besserung  von
der  nächsten  Woche,  und  findet  sich  so  schwer  in  den  Gedanken,
daß  diese  FJustände  nicht  vorübergebende  sein  sollten.  Laß  mich
einstweilen  noch  hoffen,  daß  ich,  wenn  auch  ale  tantalisirter

1)  Tag  der  sllbernen  Sochzeit.
)  Nacht  vom  6./7.  Oktober  3366,  vgl.  den  Brief  der  Frau  Gräfin  von
Biomarck  vom  9.  Oktober  3366  an  v.  Reudell  bei  Reudell,  S.  314  fl.

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