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Dersailles  4.  J.  717)
Meine  geliebte  Malle

berzlichen  Dank  für  Deinen  Brief,  den  ich  einige  Tage  unbeantwortet
  ließ,  weil  ich  unwohl  und  doch  geschäftlich  überlastet
  war.  Es  scheint  der  Beginn  von  Dodagra  zu  sein,
schickliche  Krankbeit  für  alternde  Staatsmänner  und  Ableitung
  des  Aergers,  angeblich  auch  Anweisung  auf  25  Jahr
tebensverlängerung.  Sage  Jobanna  nichts  weiter  davon;  daß
ich  unwohl,  aber  in  Besserung,  babe  ich  ihr  selbst  geschrieben.
Ee  sitzt  jetzt  mit  Gichtschmerz  im  rechten  großen  Zeh,  die  normale
  Stelle.  Roon  liegt  an  Asthma;  meine  Isolirung  in  socialem
Derkehr  wäre  vollständig  ohne  Delbrück  1).  Johanna  kann  leider
nicht  hier  sein;  Frauen  sind  verboten,  sonst  würde  jeder  seine
baben  wollen,  auch  die,  welche  sonst  recht  gut  obne  fertig  werden.
  Oscars  Besuch  hat  mir  viel  Freude  gemacht,  aber  auf  die
Dauer  kann  er  bier  nicht  ausbalten,  wenn  er  nichte  zu  tbun  hat,
Johanniter,  und  deren  sind,  wie  die  Bösen  behaupten,  schon  zu
viele.  Stolberg  2)  war  2  Tage  bier,  sonst  hat  in  den  14  Tagen,
daß  ich  nicht  ausgehe,  niemand  mein  Fimmer  betreten  als  dienstliche
  Räthe  und  andre  Geschäftsleute,  einmal  auch  der  Kronprinz.
Ich  babe  Eulenburg  3)  gebeten,  sich  einen  geschäftlichen  Dorwand
zum  Herkommen  auf  einige  Tage  zu  machen.  Einmal,  um  unter
den  Uniformen  einen  spmpathischen  enschen  zu  sehn,  und  dann,

)  Original:  70.

1)  Martin  Friedrich  Rudolf  Delbrück,  geb.  16.  April  1817,  gest.  1.  Sebr.  1903.
Hräsident  des  Bundeskanzleramte.

Wobl  Graf  Sberbard  zu  Stolberg.

*  )  Winister  des  Innern,  Graf  Fritz  zu  Eulenburg,  geb.  29.  Juni  1815,  gest.
2.  Juni  1221.

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