r1.

Friedrichsruh  16.  Juni  1195.
L(ieber  Oscar

Vor  einigen  Gochen  schrieb  ich  an  Dich  die  Anlage  1),  schickte
sie  aber  nicht  ab,  weil  ich  erfuhr,  daß  Du  Berlin  schon  verlassen
battest  und  die  Zumuthung  einer  Fahrt  bierber  also  keine  so
leichte  mehr  war;  außerdem  entstand  ein  Tintenfleck,  den  ich
nicht  vertreten  mochte.  Heut  an  Deinem  Geburtstage  wollte
ich  wieder  an  Oich  schreiben,  und  dabei  fand  ich  in  meinem  jetzt
selten  benutzten  Schreibtische  die  Anlage  und  beschloß  sie  Dir
nachträglich  zu  schicken  als  Beweis,  daß  ich  nicht  bloß  am  Geburtstage
  an  Dich  denke.  lies  sie  in  Erinnerung  an  alte  Zeiten
und  nimm  meinen  herzlichen  Glückwunsch  zum  neuen  Lebensjabre
  auch  schriftlich  entgegen.  Das  Glück  in  unserm  Alter  besteht
  in  erster  Linie  in  Gesundheit,  und  die  meinige  bröckelt
rapide  ab  mit  zunehmenden  Störungen  des  Schlafes  und  des
Behagene.

Dein  treuer  Schwager
v.  B.

1)  Tr.  20.

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