Kriegswörterbuch.

J.

Artionsrabins  eines  Kriegsschiffes,  die  Strecke  (in
Seemeilen),  die  das  Schiff  mit  seinem  gewühn—
lichen  Kohlenvorrat  zurücklegen  kann.

Ambulanz,  die  beweglichen,  im  Felde  selbst  tätigen
Sanitätseinrichtungen.

Armee,  erste  Gliederung  des  gesamten  Feldheeres.
A.  besteht  aus  dem  Oberkommando,  meist  4—6
Armcekorps  (s.  d),  den  Reservetruppen,  1—2  Kavalleriedidisionen,
  Verkehrstruppen  und  Etappenormationen,
  nach  Bedarf  auch  noch  andere

ruppen.

Armeekorps,  größter  Heereskörper,  an  der  Spitze  der
Kommandierende  General,  Kriegsstärke  etwa
40000  Mann  und  14000  Pferde,  besteht  aus  2—3
Divisionen,  1  Fußartillerieregiment  und  je  einem
Jäger-,  Pionier=  und  Trainbataillon.  Friedenstärke
  der  deutschen  Armee  25  A.  (Preußen  und

undesstaaten  18,  Vayern  3,  Sachsen  2,  Württemberg
  1,  Baden  1).

Artillerie  s.  Feldartillerie  und  Fußartillerie.

Ausrüstung,  feldmarschmäßig,  einschl  des  Gewehrs
wiegt  etwa  70  Pfund  Besteht  aus  Mantel,  Zelttuch,
  Zeltbeutel  mit  Zubehör,  Unterzeug,  Schnürschuhen
  usw.,  der  „eisernen  Ration“,  zusammen
150  Patronen  usw.

Vagage,  das  gesamte  Kriegsgepäck.

Bataillon,  bei  Fußtruppen  —  4  Kompagnien  =  1000
Mann.  An  der  Spiße  ein  Major.  3—4  B.  —
1  Regiment.  Jäger-,  Pionier-,  Train-,,  Teleraphen-,
  Luftschiffer=  und  Flieger-B.  sind  selbtändig.
  Es  gibt  609  B.  Infanterie  (mit  Jägerb.),
48  B.  Jußartillerie  (mit  1090  Batterien)  35  Pionierb.,
  20  Bat.  Verkehrstruppen  und  25  Trainb.

Batterie,  kleinste  taktische  Einheit  der  Artillerie  von
6(4)  Geschüutzen  unter  einem  Batteriechef  (Hauptmann).
  Bei  der  Feldartillerie  3  B.—  1  Abteilung,
2  Abteilungen  —  1  Regiment.

Brigade,  2—  Regimenter  Infanterie  oder  2  Regimenter
  Kapvalierie,  an  der  Spitze  ein  Generalmajor
  oder  Oberst.

Division,  aus  allen  Waffen  bestehender,  zu  selbständigem
  Handeln  befähigter  Truppenkörper
unter  einem  Generalleutnant.  Insanterie:
2  Brigaden  Infanterte,  1  Reg  Kavallerie,  1  Feldartillerie-Brigade,
  Bataillon  Fußartilleric,  einige
Kompagnien  Jäger,  Pioniere,  Train  usw.  (17000
Mann  und  4000  Pferde).  Kavallerie:  6  Regimenter,
  3  Batterien  reitende  Artillerie  mit  je
4Geschützen,  1  Maschinengewehrabteilung  zu  6
Gewehren,  1  Pionierabteilung,  Verkehrs=  und
Sanitätstruppen  usw.

Dock,  graße,  massive  Veslerbessen  zur  Trockenlegung
von  Schiffen,  um  größere  Reparaturen  vorzunehmen.
  Trockendocks  und  Schwimmdocks.

Dreadnought  (engl.  „fürchte  nichts“),  nannten  die

Engländer  ihre  ersten  mächtigen  Großschlachtschiffe

  Deutsche  Vertreter  dieses  Typs  sind  die
Lintenschiffe  der  „Nassau-“  „Ostfriesland“,  der
neuen  „Kaiser"=  und  der  „König“-Klasse.

Dum-Dum-Geschosse,  Geschosse  mit  abgefeilten
oder  freiliegenden  Bleikernen,  nach  der  Stadt

Dum-Dum  bei  Kalkutta,  wo  ste  zuerst  hergestellt
wurden,  benannt,  sind  völlerrechtlich  verboten,
da  sie  sich  im  Körper  breitschlagen,  sehr  grausame,
schmerzhafte  und  schwer  heilende  Wunden  verursachen.


Eskadron  s.  Schwadron.

Etappen.  Der  Etappendienst  besteht  in  der  Aufrechterhaltung
  der  rückwärtigen  Verbindungen  der
Feldarmeen,  Zuführung  von  Munition  und  Verpflegung
  usw.,  Geleit  der  Gefangenen,  Verwundeten
  usw.,  Bewachung  der  Eisenbahnlinien  usw.
usw.  Er  wird  ausgeführt  durch  gemischte  Landwehrbrigaden
  (6—9  Bat.  Infanterie  1—2  Schwadronen
  Kavallerie,  1—2  Batterien  Artillerie).

Feldartillerie,  es  gibt  633  Feldbatterien.  Ein  Re-Kiment
  —  2  fahrende  (Zuweilen  noch  l  reitende)
bteilungen  zu  je  3  Batterien.  Jede  Batterie
at  6  Kanonen  oder  leichte  Feldhaubiten.  Bei
ahrender  werden  die  Manschaften  auf  den
8  schützen  ortgeschafft,  bei  reitender  F.  sind  sie
eritten.

Flagaschiff.  (Admiralsschiff),  Kriegsschiff  unter  Kommando
  und  mit  Flagge  eines  Admirals,  Vizeoder
  Kontre-Admirals,  der  gleichzeitig  Führer
eines  bestimmten  Flottenverbandes  ist.

Flieger-Bataillon,  es  gibt  4  F.  mit  je  3  Kompag.
Flottille,  kleine  Flotte  oder  Flotte  von  kleinen  Fahrzeugen.

Flutanoe  kleine  Kriegsschiffe  für  den
ienst  auf  Flüssen  und  im  Ausland.  Deutschland
  hat  3  F.,  geringer  Tiefgang,  nur  der  Kommandoturm
  gepanzert.  13—14  Knoten  Geschwindigkeit.

ußartillerie  (Festungsartillerie)  48  F.-Bataillone
V  zan  100  Batterien.  Mannschaften  heißen  Kanoniere,
  sind  mit  Gewehr  und  Seitengewehr  bewaffnet,
  bedienen  die  Festungs-und  Belagerungsgeschütze
  und  die  schweren  Geschütze  des  Feldheeres.
Generalstab,  Großer  G.  in  Berlin  mit  dem  dem
Kaiser  unmittelbar  unterstellten  „Chef-  des  G.s
der  Armce“  und  Truppen-G.  bei  den  Armcen
und  Armecabteilungen  Zweck:  Vorbereiten,  Unterstützen,
  Ausarbeiten.
Geschütze,  Kanonen=  G.  mit  flacher  Geschhbehn.
örser-G.  mit  starkgekrümmter  Flugbahn,
Haubitzen  =  kleinere  Mörser.  Ein  Kruppsches
  28  cm-G  wiegt  43  300  kg,  ist  über  11  m  lang,
Schußweite  bis  20  km.  Geschoß  wiegt  345  kg,
Pulverladung  160  kg.

Geschwader,  8  Linienschiffe  unter  Kommando  eines
Bize-Admirals.

Gewehr:

Deutschland  M.  os,  Kal.  7,0,  5  Patr.,  Bis.  b.  2050  m
Belgien  M.  8,  „  7,65,  5  „  „  ,  2000  „
England  M  89II.  „  7,7,  5  „  „  „  25050  „
Frankreich  Lebel-G.,,  8,  8  „  „  „  7000  %„
Ssterreich  M.  90.95  ,„  8,  5  „  „  „  1875,
Rußland  .M.  91,  „  7,02,  5  „„  „  „  1920  „

Türkei  wie  Belhien.

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